Studenten können sich ab Februar 2010 bei der Studienstiftung des deutschen Volkes, Bonn, selbst bewerben. Erstmals nach 80 Jahren gibt es einen zweiten Zugangsweg für eines der Stipendien. Bislang konnten lediglich Schulleiter ihre besten Schüler vorgeschlagen - oder Hochschullehrer besonders hervorstechende Studenten. „Für die Studienstiftung ist die Selbstbewerbung eine kleine Revolution“, ist Prof. Gerhard Roth, Präsident der Studienstiftung der Meinung. Allerdings reicht eine schlichte Bewerbung nicht aus. Künftige Stipendiaten müssen in einem Auswahltest zeigen, dass sie studierfähig sind. Der Test kostet 50 € . Studenten aus nicht-akademischen Familien und Bafög-Empfänger zahlen 25 €.

Die Besten des Tests lädt die Stiftung zu einem Auswahlseminar ein. Bis zu 500 Plätze stehen dafür zur Verfügung. Während des Gesprächs müssen die Bewerber dann persönlich überzeugen. Das Auswahlverfahren prüfe die Fähigkeiten, die für ein erfolgreiches Studium wichtig seien und setze kein spezifisches Wissen voraus, teilt die Stiftung weiter mit. Die Anmeldung zum Test ist vom 5. Februar bis 5. März möglich. Online können interessierte Studenten und Schüler bereits jetzt an Beispielaufgaben für den Test üben.

Dass Schüler und Studenten weiterhin vorgeschlagen werden, will die Studienstiftung als zweiten Weg für Bewerber beibehalten. Finanziell tragen der Bund, die Länder und Kommunen sowie zahlreiche Stiftungen, Unternehmen und private Spender die Studienstiftung. Zurzeit fördert sie mehr als 10.500 Stipendiaten. (ir)
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