Nachhaltigkeit

Ethik-Modul mit Vorbildfunktion

Konflikte um Ernährung, Verknappung von Anbauflächen, Konkurrenz von Tank und Teller: Studierende in Agrar-, Ernährungs- und Wirtschaftswissenschaften sehen sich schnell auch mit grundlegenden ethischen Fragestellungen konfrontiert, die gesellschaftlich teils sehr kontrovers diskutiert werden.

An der Universität Hohenheim sollen sich die Studierenden mit diesen Themen kritisch auseinandersetzen, konkret in einer eigenen Lehrveranstaltung. Entstanden ist diese aus studentischer Initiative. Jetzt veröffentlicht der Band „Zukunftsfähige Hochschulen gestalten: Beispiele des Gelingens aus Lehre, Governance, Betrieb und Forschung“ das Hohenheimer Ethik-Modul als eines von 27 Beispielen mit Vorbildfunktion.

Broschüre der Paradebeispiele
Die Broschüre „Zukunftsfähige Hochschulen gestalten": Beispiele des Gelingens aus Lehre, Governance, Betrieb und Forschung“ versammelt 27 Best-Practice-Beispiele. Herausgeber sind das „Netzwerk n“ und die „Virtuelle Akademie Nachhaltigkeit Bremen“, gefördert wird sie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Die 120-Seiten-Broschüre steht kostenlos zum Download.
Ziel des Seminars ist es, den wissenschaftlichen Nachwuchs mit einer soliden ethischen Grundausbildung auszustatten. Dazu gehören zunächst Grundkenntnissen ethischer Theorie und Argumentation. In einem zweiten Schritt geht es darum, aktuelle ethische Fragestellungen und Probleme im Bereich der Ernährungs- und Agrarsysteme systematisch zu durchleuchten und zu diskutieren.

Mit welchen ethischen Fragen sich die Studierenden konkret auseinandersetzen, bestimmten sie laut Infomationen der Uni Hohenheim selbst mit. Dabei lernen sie durch Gruppenarbeit, in Gesprächen mit geladenen Gästen und durch das Führen eines Lerntagebuchs. Betreut werden sie vom Fachgebiet Gesellschaftliche Transformation und Landwirtschaft der Universität Hohenheim und durch das Internationale Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW) der Universität Tübingen.

Modul mit philosophischen Grundlagen

„Das Modul soll Studierende in die Lage versetzen, sich fundiert mit ethischen Fragestellungen im Agrar- und Ernährungsbereich auseinanderzusetzen. Dazu vermitteln wir philosophische Grundlagen, aber auch praktisches Handwerkszeug“, erklärt Prof. Dr. Claudia Bieling, die die Veranstaltung leitet. Am allerwichtigsten sei aber die Diskussion und Reflexion über disziplinäre und geographische Grenzen hinweg. Derzeit nehmen beispielsweise Studierende aus vier Kontinenten und neun verschiedenen Masterprogrammen am Kurs teil, so Bieling. (mrs)
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