Die neue „Blaue Karte EU“ macht hochqualifizierten Ausländern das Arbeiten in Deutschland schmackhaft. Sie vereinfacht die Zuwanderungs- und Aufenthaltsbedingungen für Fachkräfte aus Drittländern. Die Bundesregierung setzt mit der jetzt beschlossenen Einführung der Karte die Hochqualifizierten-Richtlinie der EU um. Gerade Hochschulabsolventen, die bereits in Deutschland ausgebildet wurden, sollen nach Erklärung von Bundesbildungsministerin Schavan "in Zeiten eines weltweiten Wettbewerbs um Talente" stärker an Deutschland gebunden werden.

Ausländische Absolventen deutscher Hochschulen erhalten mit der „Blauen Karte“ nun einen unbeschränkten Arbeitsmarktzugang. Sie können nach Abschluss des Studiums ein Jahr lang in Deutschland arbeiten, um ihren Lebensunterhalt sicherzustellen. Für die Aufenthaltserlaubnis nach erfolgreicher Arbeitsplatzsuche entfällt außerdem die bisher notwendige Zustimmung der Bundessagentur für Arbeit. Die Einkommensgrenze zum Erhalt der Karte beträgt 44.000 €. In „Mangelberufen“ beispielsweise aus dem mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich liegt die Einkommensgrenze noch niedriger. Verbessert werden auch Aufenthaltsbedingungen für Wissenschaftler. Die Aufnahmevereinbarung ist nicht mehr an die Benennung des konkreten Forschungsprojektes geknüpft. Wissenschaftliche Einrichtungen befürchteten dabei bisher die Preisgabe ihrer Forschungsansätze. (az)
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