Die Landwirtschaftliche Bezugsgenossenschaft Damme (LBD) führt ein flexibles Lebensarbeitszeitmodell ein. Unter den Mittelständlern nimmt sie damit eine Vorreiterrolle ein.
 
Seit Juni gibt es bei der Genossenschaft das LBD-Flex-Konto. Damit können Angestellte Teile ihres Gehaltes auf einem Zeitwertkonto ansparen. Die Volksbank Dammer Berge verzinst das Guthaben mit 3 Prozent. Bei Wunsch nach einer längeren Freistellungsphase, beispielsweise für die Kindererziehung, Betreuung von Angehörigen, Auszeiten oder einer vorgezogenen Rente, kann darauf zurückgegriffen werden. Der Mitarbeiter bleibt währenddessen angestellt und auf der Gehaltsliste vermerkt. 

„Wie lange möchte ich arbeiten, ist die falsche Frage", sagt Stephan Sander, Geschäftsführer der LBD. „Vielmehr beschäftigt die Leute doch: Bis wann werde ich arbeiten können?", ist der 43-Jährige, der seit etwa einem Jahr die Geschäfte der Genossenschaft führt, überzeugt.

Das sogenannte „Flexi-Gesetz", das den Beschäftigten über Wertguthaben mehr Freiraum bei ihrer Arbeitszeitorganisation geben kann, existiert seit 1998. Dennoch sind Langzeitkonten wenig verbreitet. Nur 2 Prozent der deutschen Unternehmen machen einer aktuellen Studie des Arbeitsministeriums zufolge von der Idee Gebrauch. Somit stellt die LBD mit der Einführung des Flex-Kontos einen Pionier insbesondere unter den Mittelständlern und in der Agrarwirtschaft dar. (kbo)
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