Unter Federführung der Universität Bonn arbeiten Wissenschaftler an keimhemmenden Verpackungen. Das kann auch für Direktvermarkter interessant werden.

Das Forschungsprojekt „Safe-Pack" hat sich vorgenommen neuartige antimikrobiell wirkende Verpackungen für Fleisch zu entwickeln. „Viele Lösungen beruhen auf der Einbindung von bioziden Pflanzenextrakten, metallischen Verbindungen oder Konservierungsmitteln", sagt die Bonner „Safe-Pack"-Projektleiterin Dr. Judith Kreyenschmidt vom Institut für Tierwissenschaften. Die Kundenakzeptanz für Biozide in Lebensmitteln sei aber gering.

„Safe-Pack" will die Verpackungsmaterialien modifizieren. Die Forschungspartner wollen neue „aktive" antimikrobielle Kunststoffe herstellen. Der Mechanismus beruht auf einer positiven Oberflächenladung in hoher Dichte in Kombination mit einem wasserabweisenden Charakter, der zur Zersetzung der Bakterienzellwände führt. Andere Verpackungen können Unternehmen Wettbewerbsvorteile durch verlängerte Haltbarkeiten bieten. Das kann auch für Direktvermarkter interessant sein, da sich so die Menge von Ausschussware reduzieren ließe.

Das Projekt wird von der Arbeitsgruppe Cold-Chain-Management der Universität Bonn koordiniert. Daneben sind die FH Münster und neun Wirtschaftsunternehmen beteiligt. Das Bundeslandwirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben mit rund 1,9 Mio. €. (az)
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