Forscher der Kansas State University unter der Leitung von Eduard Akhunov haben die erste Genomkarte für Weizen veröffentlicht. Die damit einhergehenden Informationen und Erkenntnisse sollen helfen, Weizensorten in Zukunft effizienter züchten zu können. Akhnuov geht davon aus, dass der Einfluss der Ergebnisse auf die weltweite Züchtung innerhalb der nächsten fünf Jahre zu sehen sein wird.

Im Verlauf der zweijährigen Studie untersuchten die Forscher weltweit 62 Weizensorten. Dabei bezogen sie sowohl Landsorten, also nicht durch selektive Züchtung beeinflusste, als auch kultivierte Sorten in die Untersuchung mit ein. Um die Komplexität der Weizengene zu reduzieren, entwickelten die Wissenschaftler ein Hilfsmittel namens ‚exome capture assay‘ (zu Deutsch etwa: Exom-Erfassungs-Untersuchung). Damit war es möglich, die sich wiederholenden Teile des Genoms zu ignorieren und nur die funktionellen Teile zu analysieren. Das Forscherteam fand 1,6 Mio. Stellen im Genom, an denen sich die Weizensorten voneinander unterschieden. Diese Informationen halfen den Wissenschaftlern, den Einfluss zu bestimmen, den die Unterschiede auf die Funktion der Weizengene haben.

„In der Zukunft werden wir die Auswahl an mit Hilfe unsere Sequenzierungsmethode analysierten Weizensorten erweitern; nicht nur durch genetisch und geographisch unterschiedliche Weizensorten, sondern auch durch nahe Verwandte von Weizen. Diese Artverwandten sind als Quelle wertvoller Gene für die Landwirtschaft bekannt, die helfen können, biotische und abiotische Stresstoleranzen zu erhöhen und den Ertrag zu steigern“, gab Akhunov einen Ausblick auf die noch vor dem Team liegenden Forschungsziele. (atm)
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