Ein neues Indikatorenmodell der Agrarwissenschaftler am Wissenschaftszentrum Weihenstephan (WZW) der Technischen Universität München (TUM) konkretisiert den Begriff „Nachhaltigkeit“ im Agrarbereich. Das Forscherteam entwickelte Indikatoren und Modelle, um die Nachhaltigkeit von Agrarbetrieben zu analysieren, zu bewerten und zu optimieren. Die wesentlichen Umweltwirkungen der Landwirtschaft können laut Prof. Kurt-Jürgen Hülsbergen vom Lehrstuhl für Ökologischen Landbau und Pflanzenbausysteme der TUM erfasst werden. Zusammen mit Agrarforschern von der Universität Halle-Wittenberg haben die Weihenstephaner die Modellkomponenten in eine Software integriert. Der Computer errechnete in einem deutschlandweiten Praxistest auf 80 Höfen „virtuelle Betriebe“.

Ein zweites Indikatoren-Set berücksichtigt die ökonomischen und sozialen Faktoren. Der TUM-Lehrstuhl Wirtschaftslehre des Landbaus entwickelte zusammen mit den Institut für Agrartechnik Potsdam-Bornim ein Modell, welches relevante Wirtschaftskennzahlen, aber auch soziale Faktoren wie Mitbestimmung und Arbeitsbelastung umfasst.

Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) hat auf Basis der wissenschaftlichen Ergebnisse bereits ein Zertifizierungssystem nach europäischer DIN-Norm aufgebaut. Werden die Zielwerte eingehalten, erhält der Betrieb das Zertifikat „Nachhaltige Landwirtschaft – zukunftsfähig“. (az)
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