Wenn die Wissenschaft anwendungsorientierte Lösungen bieten soll, braucht sie dafür Anreize. Die Dafa (Deutsche Agrarforschungsallianz) diskutiert alternative Bewertungsmöglichkeiten.

Wissenschaftliche Arbeit verfolgt verschiedene Ziele. Eines kann die Stärkung der eigenen Reputation über Veröffentlichungen in gewichtigen Fachjournals sein. Ein anderes ist die Entwicklung marktfähiger Produkte. Beide Ziele stehen nicht unbedingt immer miteinander in Einklang. Die Dafa hat sich auf ihrem jüngsten Treffen in Berlin nun der Sorge gewidmet, dass der Agrarwissenschaft Anreize für anwendungsorientierte Forschungsprojekte fehlen.

Ein Weg zur Qualitätsverbesserung könnte über eine veränderte Bewertung der Forschung führen. Mögliche zusätzliche Bewertungskriterien wären nach Aussage eines Dafa-Sprechers beispielsweise der Transfer von Wissen in die Öffentlichkeit, geleistete Beratungen oder das Engagement in gesellschaftlichen Diskussionen. Darüber hinaus ginge es darum, die inhaltliche Qualität der Forschungstätigkeit anders zu bewerten. Entscheidend dabei sei, dass dies nicht mit Mehrarbeit für die Wissenschaftler verbunden sein darf, so der Sprecher gegenüber der az. Die Ergebnisse ihres Forschungsstrategischen Fachforums stellt die Dafa, die nach eigenen Angaben etwa dreiviertel der deutschen Agrarforschung bündelt, auf ihrer Homepage öffentlich zur Diskussion. (kbo)
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