In einer Studie hat ein Team aus Wissenschaftlern der Universität Bonn und  der Ohio State University (USA) untersucht, ob "Lebensmittelampeln" die Verbraucher dazu bringen, verstärkt zu kalorienärmeren und gesünderen Produkten zu greifen. Die Versuchspersonen wurden vor die Wahl gestellt, sich zwischen "gesundheitlich eher bedenklichen" Lebensmitteln wie Chips, Schokolade oder Keksen und kalorienärmeren wie Reiswaffeln oder Naturjoghurt zu entscheiden. Rote Ampeln wiesen auf hohen Fett-, Zucker- oder Kaloriengehalt hin, grüne auf geringere. Alternativ wurden die Nährwerte nur in Prozent- und Grammangaben dargestellt. „Wenn diese Informationen jedoch mit den Lebensmittelampelfarben kombiniert wurden, spielten Gesundheitsaspekte des Produkts eine größere Rolle“, erklärt Erstautorin Laura Enax vom CENs der Universität Bonn. Die Verbraucher wählten dann häufiger das gesündere Produkt aus. Außerdem fanden die Forscher heraus, dass die Darstellung einer Ampel größere Effekte hat als nur eine Kennzeichnung mit rot und grün.

In einer früheren Studie wiesen die Forscher bereits nach, dass Ampelfarben die Selbstkontrolle im Gehirn stark beeinflussen. „Es ging nun darum, wie bei der Kaufentscheidung besser zwischen den geschmacklichen Vorlieben und Gesundheitsaspekten abgewogen werden kann“, erklärt Professor Bernd Weber vom Center for Economics and Neuroscience (CENs) aus. „Hier scheinen die Ampelfarben einen deutlich günstigeren Effekt zu haben als reine Prozent- und Grammwerte.“ (lm)
stats