Das Potsdamer Institut für Klimaforschung (PiK) stellt in einer neuen Studie die Auswirkungen der Klimaerwärmung auf die globale Lebenssicherheit und die Konsequenzen für den Welthandel vor. Die Forscher kommen zu dem Ergebnis, dass sich die ökonomischen Verluste in der Landwirtschaft bis 2100 auf 0,8 Prozent des weltweiten BIP beziffern werden. Das wären 2,5 Billionen US-Dollar. Vor allem der mittlere Osten, Afrika und Indien seien betroffen.

Schon kleine Veränderungen wirken sich auf Erträge aus

„Die Landwirtschaft ist sehr anfällig für Klimaveränderungen – schon ein kleiner Anstieg der globalen Mitteltemperatur kann Konsequenzen haben für regionale Ernten, was sich wiederum auf die Wirtschaftlichkeit der landwirtschaftlichen Produktion und den Anteil des Einkommens auswirkt, der für Nahrungsmittel ausgegeben wird“, sagt Leitautor Miodrag Stevanović. Für die Studie analysierten die Forscher 19 verschiedene Klimaprojektionen mit Simulationen zu landwirtschaftlichen Erträgen.

Freier Handel kann Schäden theoretisch halbieren

Die Wissenschaftler stellen die These auf, dass die Verluste durch eine freiere Marktpolitik auf 0,3 Prozent des BIP eingegrenzt werden könnten. „Sowohl die globale Erwärmung als auch der freie Handel begünstigen nördliche Regionen wie Europa oder die USA, denn die Gewinne der Produzenten steigen durch die Verschiebung von Handelsmustern Richtung Norden an. Gleichzeitig könnten Regionen wie Afrika oder Indien durch eine Liberalisierung des Nahrungsmittelmarkts ihre klimabezogenen Schäden theoretisch halbieren“, so Ko-Autor Alexander Popp. Riskant sei es hingegen, mit erhöhter Produktion oder intensiverem Landbau auf die Ernterückgänge zu reagieren: Das könne zu mehr Treibhausgas-Emissionen und Düngemitteleinsatz führen, was wiederum den Klimawandel beschleunige. (lm)
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