„Die Berufsaussichten sind prächtig“, erklärt VDL- Präsident Markus Ebel-Waldmann anlässlich der Präsentation der VDL-Absolventenbefragung in Berlin. Der Berufsverband will sein Engagement auf Schulen ausweiten, um verstärkt für ein „grünes Studium“ zu werben.
 
In der Agrarwirtschaft scheint die Arbeitswelt noch in Ordnung. Viele Vollzeitstellen und ein gutes Arbeitsklima finden Absolventen beim Berufseinstieg vor. Das ergibt die Befragung von rund 1.000 Absolventen eines landwirtschaftlichen Studiums an Universitäten oder Fachhochschulen, die der VDL Berufsverband in Zusammenarbeit mit der Christian-Albrechts-Universität Kiel ausgewertet hat (siehe az vom 21. September).

Auf der Präsentation und Diskussion der Studienergebnisse in dieser Woche in Berlin zeigte sich, dass zwischen Wahrnehmung der Befragten und Wirklichkeit allerdings einige Klüfte liegen können. Die mit der wissenschaftlichen Auswertung betraute Juniorprofessorin Birgit Schulze sorgt sich um das Image der Bachelorabschlüsse. So hätten vor allem die Befragten mit Diplomabschluss eine negative Meinung zum Bachelorabschluss abgegeben. Masterabsolventen beurteilten den Bachelor hingegen deutlich positiver. "Man sollte die Bachelorabschlüsse nicht schlechter reden als sie sind und das Beste aus dem Bestehenden machen", so Schulze.
 
Auch die in der Befragung häufig von Absolventen geäußerte Kritik, dass den Studiengängen der Praxisbezug fehle, ließ ein Vertreter der Hochschule Osnabrück so nicht stehen. „Wir wollen unseren Studierenden eine wissenschaftliche Ausbildung mit auf den Weg geben. Deswegen möchten wir den Wünschen nach noch mehr Praxis nicht immer entsprechen. "
 
Die prächtigen Einstiegmöglichkeiten für Absolventen im Agrarbereich spiegeln gleichzeitig die weniger prächtige Situation auf Arbeitgeberseite wieder. Nach Auffassung von Ebel-Waldmann wird sich der Mangel an Fach- und Führungskräften weiter zuspitzen. Schon allein der zukünftige Bedarf im öffentlichen Dienst sei „dramatisch“. Im VDL wird derzeit beraten, wie möglichst frühzeitig das Interesse an einem „grünen“ Studium geweckt werden kann. Ein Ansatz ist, verstärkt auf die Schulen zuzugehen. (kbo)
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