Der Leipziger Forscher Carsten Meyer erhält ein Freigeist-Stipendium der Volkswagen Stiftung über knapp 1 Mio. €. Am Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) und der Universität Leipzig wird der Biologe in den kommenden fünf Jahren die gesellschaftlichen Ursachen des weltweiten Artenschwundes untersuchen. Das Aufdecken der komplexen globalen Zusammenhänge zwischen Wirtschaft, Landnutzung und Biodiversität soll helfen, die Vielfalt wirkungsvoller schützen zu können.


Meyer wird untersuchen, wie sich Veränderungen von Wirtschaft, Gesetzgebung oder Gesellschaft auf das Verschwinden von Arten auswirken. „Angenommen, ein relativ artenarmes Land in Nordeuropa würde seine Forstwirtschaft gesetzlich stark einschränken, um so den Wald zu schützen. Das kann dazu führen, dass Holz vor Ort knapp wird. Unter Umständen könnte es so zu Kahlschlägen in anderen, artenreicheren Ländern kommen. Unterm Strich würde ein deutlich höherer Biodiversitätsverlust stehen, und die gut gemeinten Gesetzesänderungen mehr schaden als nutzen“, erklärt der Wissenschaftler. Mit der umfangreichen Förderung kann sich Meyer ein eigenes Forschungsprofil aufbauen. Er wird auch weitere Wissenschaftler einstellen.


Die Freigeist-Stipendien der Volkswagen Stiftung richten sich gezielt an junge Wissenschaftler, die sich neue Horizonte erschließen wollen.  Von 180 eingereichten Anträgen hat die Volkswagen Stiftung 13 bewilligt - mit einer Gesamtfördersumme von über 10 Mio. Euro. Die Freigeist-Fellowships sollen jungen Nachwuchsforschern helfen, ihren Forschungsschwerpunkt an einem deutschen Institut zu verankern. (az)


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