Obwohl fast alle Nudeln aus Hartweizengrieß bestehen, bauen Landwirte hierzulande nur auf rund 20.000 Hektar Hartweizen an. Damit decken sie lediglich ein Drittel der Nachfrage ab, berichtet die Universität Hohenheim.

Grund für die Versorgungslücke ist, dass Hartweizen in der Vergangenheit Probleme mit dem kalten deutschen Winter hatte. Mittlerweile haben ein österreichischer Züchter und die Landessaatzuchtanstalt der Universität Hohenheim winterfeste Hartweizen-Sorten hervorgebracht.

Wie sich die Frosttoleranz auf die Qualität der Nudeln und auf die Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten auswirkt, untersuchen Forscher der Universität Hohenheim nun in Feldversuchen und Gen-Analysen im Labor. Denn bisher ist noch unklar, wie die Frosttoleranz die Qualität des Hartweizens beeinträchtigt.

Bislang durchgeführte Tests lassen nach Angaben der Hochschule keine eindeutigen Schlüsse zu. Einmal waren Nudeln aus winterfestem Hartweizen beanstandungslos. Ein anderes Mal fehlte ihnen der Biss und die gewünschte gold-gelbe Farbe. Stattdessen waren im Teig kleine schwarze Flecken zu sehen, die zwar harmlos seien, aber den Verbraucher misstrauisch machten.

Die Ursache für diese ungewünschten Eigenschaften suchen die Forscher nun in den Genen. Mit einer Analyse bei 368 Hartweizen-Sorten wollen die Wissenschaftler nachweisen, welche Gene den Hartweizen winterfest machen und welche dafür sorgen, dass die Nudeln ihre gelbe Farbe und Biss haben. Wenn bekannt sei, welche Gene zuständig seien, ebne dies womöglich den Weg für neue winterfeste und robuste Hartweizensorten ohne Qualitätseinbußen für die Nudelherstellung, so die Hochschule.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt das Projekt mit knapp 265.000 Euro. Projektpartner sind die Saatzucht Donau in Probstdorf bei Wien und die Südwestdeutsche Saatzucht GmbH & Co. KG in Rastatt. (az)
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