Agrartechniker der Universität Hohenheim haben zusammen mit Firmenpartnern neuartige Ohrmarken, Transponder und Lesegeräte entwickelt. Die bisherige Technik der Radio-Frequenz-Identifikation (RFID) stieß in Ställen immer wieder an Grenzen. Diese wurden nun von den Hohenheimer Forschern zumindest teilweise überwunden.

Vorteile für Tier und Mensch

In der Tierhaltung ermöglichen die neuen Ultra-Hochfrequenz(UHF)-Transponder und -Lesegeräte die rasche Erfassung des Verhaltens einzelner Tiere. Das erleichtert eine an die Bedürfnisse der Tiere besser angepasste Haltung und vereinfacht das Stallmanagement. Die genaue Lokalisation der Tiere erlaubt auch das so genannte ‚Hot-Spot-Monitoring‘. Damit können die Aktivitäten der Tiere an Trog und Tränke überwacht werden.
„So kann ein Landwirt mitverfolgen, in welchen Stallbereichen eine einzelne Kuh oder ein Schwein den Tag verbringt. Wenn ein Tier beispielsweise auffallend selten die Hot-Spots aufsucht, kann das etwa ein Hinweis auf eine Erkrankung sein, die kontrolliert werden muss“, erklärt Prof. Eva Gallmann, Leiterin des Forschungsprojekts.
Auch der Verbraucher profitiert von der Technik: Dank der Ohrmarken können Konsumenten leichter zurückverfolgen, woher ihr Fleisch kommt.

Forscher passen Technik an

UHF-Transponder werden in der Industrielogistik schon lange angewendet. Mit Hilfe der Ultra-Hochfrequenz können mehrere Gegenstände gleichzeitig erfasst werden. Darüber hinaus sind die Lesereichweite und -geschwindigkeit sowie die Möglichkeit zur Lokalisierung eines Objektes bedeutend größer.

Jedoch erschwerten bisher die Verhältnisse in Ställen den Einsatz. „Wasser und Metall stören das System“, erklärt Gallmann. „Und davon gibt es beides reichlich in einem Stall.“ Außerdem bewegen sich die Tiere selbstständig – anders als Pakete in einer Lagerhalle. Agrartechniker gelang es, die UHF-Technik an die Gegebenheiten im Stall anzupassen.
Das Tier-Erkennungsprojekt endet in diesem Jahr. Projektpartner sind die vier Unternehmen Agrident GmbH, deister electronic GmbH, Caisley International GmbH und Phenobyte GmbH & Co.

Das Bundesagrarministerium (BMEL) fördert das Projekt mit rund 297.000 €. (atm)
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