Die geschätzten Gesamtkosten der Hochwasserschäden in der EU beliefen sich nach Angaben der Kommission im Zeitraum 2002 bis 2013 auf mindestens 150 Mrd. €. Laut einer Studie ist es daher wesentlich effektiver und kostengünstiger in Maßnahmen zum Schutz vor Überschwemmungen zu investieren. Die Kosten sollen im Durchschnitt nur bei einem Sechstel oder Achtel der Kosten von Hochwasserschäden liegen. Darüber hinaus nütze die Renaturierung von Flußauen dem Erhalt der biologischen Vielfalt, heißt es.

Eine andere Studie hat das Risiko extremer Überschwemmungen in Europa berechnet und schätzt, dass sich dieses bis zum Jahr 2050 mehr als verdoppeln könnte. Die Schadenssumme in der EU nach einem Hochwasser könnte auf jährlich 23,5 Mrd. € bis zum Jahr 2050 klettern, schätzen die Wissenschafter vom Institut für Umweltstudien in Amsterdam.

Forscher errechneten auch das Potenzial für Ökosteuern. Mit höheren Steuern zum Beispiel für die Verursacher von Luft- und Wasserverschmutzung könnten in der EU Einnahmen in Höhe von real 35 Mrd. € im Jahr 2016 erzielt werden. Im Jahr 2025 könnten über 100 Mrd. € eingenommen werden.

Jüngst hat das Landwirtschaftsministerium in Sachsen-Anhalt eine Hochwasser-Gefahrenkarte veröffentlicht. Darin kann man ablesen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit für ein Hochwasser sowie dessen Intensität in einer ausgewählten Region ist. Die Hochwasserrisikokarten enthalten zudem Informationen über die Anzahl der potenziell betroffenen Einwohner, die Flächennutzung in den eventuell betroffenen Gebieten, Anlagen und deren potentielle Verschmutzung in einem Hochwasserfall sowie Vogel- oder Trinkwasser-Schutzgebiete. (hed)
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