Vielen niedersächsischen Betriebsleitern fehlt ein Nachfolger. Vor allem kleine Betriebe sind betroffen. Nach Angaben der Landwirtschaftskammer Niedersachsen ist bei nahezu zwei Dritteln der 26.000 als Einzelunternehmen geführten niedersächsischen Betriebe mit einem Betriebsleiter über 45 Jahren die Hofnachfolge ungeklärt. Von den rund 16.000 niedersächsischen Haupterwerbsbetrieben können nur 6.000 sicher mit einer Hofnachfolge rechnen. Bei den Nebenerwerbsbetrieben sieht es noch ungünstiger aus: Von knapp 10.000 Betriebsleitern wissen heute weniger als 2.000, wer später übernehmen wird.

Damit hält der Strukturwandel in der Landwirtschaft nach Ansicht der Kammervertreter unvermindert an. Für Veredelungsbetriebe im Haupterwerb ergeben sich der Auswertung zufolge noch die günstigsten Voraussetzungen. Hier hat jeder zweite Betriebsleiter einen Nachfolger, während dies in den Bereichen Ackerbau, Gartenbau und Futterbau nur für jeden dritten Betriebsinhaber gilt.

Darüber hinaus wächst die Sicherheit bei der Hofnachfolge mit zunehmender Betriebsgröße. Während bei den niedersächsischen Haupterwerbsbetrieben mit weniger als 50 Hektar Fläche lediglich bei 23 Prozent die Hofnachfolge gesichert erscheint, ist dies bei Betrieben mit über 50 Hektar Fläche immerhin bei 47 Prozent der Fall. (az)
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