KTBL-Workshop

Ideen für den Stall der Zukunft

Das war auch das Motto, unter dem kürzlich 31 junge Leute zu einem Workshop in Fulda zusammen kanem. Dabei war es laut KTBL durchaus erwünscht, auch mal gegen den Strom zu schwimmen. Die Teilnehmer, die in verschiedenen Gruppen neue Haltungstechniken für Milchvieh, Schwein und Geflügel suchten, wurden dabei von Experten unterstützt. Vertreten waren vor allem Junglandwirte und Studierende, aber auch wissenschaftliche Mitarbeiter der Universitäten, Berater oder Mitarbeiter in Stallbaufirmen.

Modernes für die Milchkuuh

Von freien Liegeflächen mit neuartigen Materialien für die Milchkuh waren die jungen Teilnehmer angetan. Dies und die muttergebundene Kälberaufzucht komme den natürlichen Lebensbedingungen der Tiere am nächsten. Durch schnelle Abführung flüssiger Exkremente mithilfe spezieller Bodengestaltung, sollen die Emissionen geringgehalten werden, denn Tierwohl und Umweltschutz sind nicht ganz so leicht zu vereinen. Dort wo den Tieren Frischluft geboten wird, emittiert auch mehr Ammoniak in die Umgebung. Um dem Verbraucher diese Problematik näher zu bringen, planten und zeichneten die Teilnehmer einen gastronomischen Bereich in ihren Zukunftsstall. Der hohe Aufwand für Tierwohl und Umweltschutz sollte durch höhere Einnahmen ausgeglichen werden.

Klimazonen für Schweine

Die Planung für den perfekten Schweinestall war da schon schwieriger. Trotzdem wünschen sich die jungen Leute auch im konventionellen Stall Klimazonen mit freiem Zugang für die Tiere. Ausläufe werden allerdings in einigen Regionen mit hoher Viehdichte kaum mehr genehmigt. Mehr Tierwohl für Schweine würde etwa 30 Prozent höhere Kosten verursachen, so das KTBL. Aber auch Verbesserungen im Detail können im Einzelfall enorme Effekte bringen. Um Schweine mit Langschwänzen halten zu können, müsse bereits beim Ferkel begonnen werden. Vor allem sind ein hygienisch einwandfreies Futter frei von Toxinen und zum anderen eine bedarfsgerechte Fütterung (Rohfaser, Eiweißversorgung) unabdingbar. Wichtiger als Beschäftigungsmaterial seien Raufutter und Einstreu.

Getrennte Funktionsbereiche im Legehennenstall

Als Alternative zur herkömmlichen Hühnermast entwickelte die Geflügelrunde ein Konzept, das gleichzeitig mehrere Lösungen bietet: Zum einen eine geschlechtergetrennte Mast und erhöhte Sitzebenen, um den Tieren mehr Freiraum zu bieten. Als Bestandteile eines idealen Legehennenstalls identifizierte die Gruppe getrennte Funktionsbereiche: Volieren, in denen die Tiere innerhalb des Moduls aufsteigen können, ein korrespondierendes Haltungsverfah-
ren in der Junghennenaufzucht incl. Übergabeprotokoll, sowie ein indikatorbasiertes Ma-
nagement. Gemeinsam erarbeitet der Kreis eine Reihe von Maßnahmen, die auch abseits von kostspieligen Lösungen wie Stallumbau oder reduzierten Besatzdichten, Vorteile für Mensch und Tier bieten.

Nun hoffen die Teilnehmer, dass einige Ideen zur Praxisreife heranwachsen oder zumindest in einer Lehr- und Forschungsanstalt erprobt werden. Auf den KTBL-Tagen 2017 zur Zukunft der deutschen Nutztierhaltung am 22. und 23. März 2017 in Berlin werden die Workshop-Teilnehmer ihre Ergebnisse zunächst vorstellen. (mrs)




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