Schülerforschungsprojekt

Im Weltall Wurzeln schlagen

Das von der BASF unterstützte Schülerforschungsprojekt „V3PO“ wird zur Internationalen Raumstation (ISS) fliegen. Hinter V3PO verbergen sich drei Schüler des Agrarwissenschaftlichen Gymnasiums der Edith-Stein-Schule in Ravensburg, die herausfinden möchten, ob Pflanzenstecklinge in der Schwerelosigkeit Wurzeln bilden und wie sich dann die Wurzeln verhalten.

Galaktische Idee
V3PO ist das erste deutsche Schülerprojekt, das in das Educational Program der NASA aufgenommen wurde. Neben der BASF unterstützen weitere Sponsoren das Projekt, darunter das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, inside Unternehmensberatung, Airbus und die Kreissparkasse Ravensburg.
Die zentrale Frage von Maria Koch, Raphael Schilling und David Geray lautet: Kann Gemüse im Weltraum vegetativ angebaut und vermehrt werden, damit bei Weltraummissionen frische Lebensmittel zur Verfügung stehen – ohne große Mengen an Saatgut mitführen zu müssen? Damit haben sie die BASF und die NASA neugierig gemacht. Während die BASF das Projekt wissenschaftlich unterstützt, hat die NASA einen Platz für den Versuch auf der ISS reserviert. „Das ist wohl der außergewöhnlichste Feldversuch, an dem mein Team und ich je mitgearbeitet haben“, sagt Dr. Sebastian Rohrer, aus dem Unternehmensbereichs Crop Protection der BASF. „Wir fiebern dem Raketenstart entgegen und sind neugierig auf die Ergebnisse.“

Bisher haben sich die in der Schwerelosigkeit durchgeführten Versuche auf das Wachstumsverhalten von Wurzeln bei der Samenkeimung konzentriert. Stecklinge enthalten im Gegensatz zu einem Samen noch keine Wurzelanlage. Die Studenten wollen untersuchen, ob und wie sich bei Stecklingen ohne Einfluss der Schwerkraft Wurzeln sowie Sprosse und Blätter ausbilden. Parallel hierzu läuft ein Referenzexperiment auf der Erde – also unter Bedingungen der Schwerkraft.

Vorbereitung für den Flug ins Weltall

Wenn Stecklinge zur vegetativen Vermehrung unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit verwendet werden könnten, würde dies einen erheblichen Fortschritt bei den Bemühungen zur Versorgung langfristiger Flüge ins Weltall – wie u.a. zum Mars – mit Nahrungsmitteln aus dem Anbau im Weltall bedeuten.

Für das passende Versuchsdesign haben die Schüler bei den Wissenschaftlern am BASF-Agrarzentrum Limburgerhof ein Praktikum absolviert, um sich für den Versuch in den Laboren des Kennedy Space Centers in Florida für den Flug zur ISS vorzubereiten. (mrs)
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