Wissenschaftstagung Ökolandbau

Innovationen vom Anbau bis zur Vermarktung

Die 13. Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau findet an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNE) statt. Die von der Stiftung Ökologie und Landbau organisierte und aus dem Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) geförderte Veranstaltung ist die im deutschsprachigen Raum größte Tagung zur Forschung im Bereich ökologischer Agrarwissenschaften. Unter dem Motto „Am Mut hängt der Erfolg" laden die Organisatoren zum fachlichen Austausch in wissenschaftlichen Vortrags- und Postersektionen ein. Ergänzt wird das Programm durch Workshops zu aktuellen, praxisrelevanten Themen und Fachexkursionen zu Betrieben des Innoforums Ökolandbau Brandenburg, den Kooperationsbetrieben der Ökolandbaustudiengänge der HNE.

Thematisiert werden die Bereiche Pflanzenschutz, Bodenfruchtbarkeit, Züchtung, Tierernährung, Umweltschutz sowie betriebswirtschaftliche Beratung. Die Veranstalter organisieren eine Reihe von Ausflügen zu Fachbetrieben und Vorzeigeprojekten. Die Teilnehmer besichtigen unter anderem das Ökodorf Brodowin im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin sowie den Ökohof Kuhhorst, um einen Einblick in die Wirtschaftsweise erfolgreicher Öko-Projekte zu erhalten.

Neue Ansätze in der Kälberaufzucht

Im Bereich innovativer ökologischer Haltungssysteme stellt das Thünen-Institut ein Projekt zur Aufzucht weiblicher Kälber in der ökologischen Milchviehhaltung vor. Als artgerechtes und zudem arbeitssparendes System analysieren die Wissenschaftler darin die langfristigen Auswirkungen der muttergebundenen Kälberaufzucht. Die Vorgehensweise soll in praxisrelevante Verfahren überführt und deren positive gesundheitliche Auswirkungen untersucht werden. Die Lösungsansätze stellen die Forscher der landwirtschaftlichen Praxis sowie der Beratung zur Verfügung.

Organisation und Förderung

Das BÖLN nimmt als Programm für Forschungsförderung und Wissenstransfer einen hohen Stellenwert ein. Das Programm wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) finanziert und hat sich zum Ziel gesetzt, die Rahmenbedingungen für die ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft und andere Formen nachhaltiger Landbewirtschaftung in Deutschland zu verbessern. Die Ergebnisse ausgewählter BÖLN-Forschungsprojekte zur Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung von Bio-Lebensmitteln stellt auch die neue Broschüre Forschungsförderung im BÖLN vor.

Die Stiftung Ökologie & Landbau koordiniert seit Anfang der neunziger Jahre alle zwei Jahre eine allgemeine Wissenschaftstagung zum ökologischen Landbau. Die Veranstaltungen werden jeweils in Zusammenarbeit mit einer Hochschule oder Versuchsanstalt organisiert, die Forschung zum ökologischen Landbau betreibt. Die jüngste Wissenschaftstagung fand 2013 an der ETH Zürich statt. (atm)
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