Leibniz-Institut

Insektenstudie wird Unstatistik des Monats

In der Studie werden Daten des Entomologischen Vereins Krefeld ausgewertet, die von 1989 bis 2016 in 63 Insektenfallen erhoben wurden. Ermittelt wurde ein Rückgang der Insektenmasse um 76 Prozent. Das RWI kritisiert, dass keine einzige dieser Fallen über den gesamten Zeitraum an einem Ort aufgestellt gewesen sei. Stattdessen – wie die Autoren der Studie selbstkritisch anmerken – wechselten viele Standorte von Jahr zu Jahr. An den meisten Standorten sei keine einzige Wiederholungsmessung durchgeführt worden.

Genauso wichtig für die Bewertung der „76 Prozent“ sei aber auch ein allgemeines Prinzip des kritischen Denkens: Jede berichtete Abnahme zwischen zwei Zeitpunkten hänge davon ab, welchen Anfangszeitpunkt man wählt. Dies gelte besonders bei drastisch schwankenden Werten, wie bei Börsenkursen und Biomassen von Insekten. Hätte man das Jahr 1991 statt 1989 als Anfangspunkt gewählt, dann wären es statt 76 Prozent weniger Insekten nur etwa 30 Prozent weniger gewesen, stellt das RWI in seiner Kritik fest. Das sei immer noch ein Anlass zum Nachdenken über die Ursachen. Auf diese Frage finde die Studie keine Antwort. Für das RWI ist die Studie ein Anlass, darüber nachzudenken, warum man immer wieder versucht, „uns mit möglichst erschreckenden Zahlen Panik zu machen“. (SB)
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