Rund 200 Teilnehmer informierten sich an der Universität Göttingen über das beste Rezept gegen Fachkräftemangel. Kooperationen könnten weiterhelfen. Erkennbare Defizite in der Betriebsentwicklung kann Professor Ludwig Theuvsen vom Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung der Universität Göttingen bereits ausmachen. Eine Ursache seien fehlende geeignete Mitarbeiter. In seinem Vortrag anlässlich der Jahrestagung der Jungen DLG in der Universität Göttingen, an der rund 200 junge Landwirte und Landwirtinnen teilnahmen, wies er dem Personalmanagement daher eine entscheidende Rolle zu. Dazu zählten beispielsweise die Definition eines genauen Anforderungsprofils, flexible Arbeitszeiten, Weiterbildungsmöglichkeiten für die Mitarbeiter und auch ein Führungstraining für den Betriebsleiter. Auch wenn leistungsorientierte Gehälter eine gewisse Motivation auf die Mitarbeiter ausübten, dürften sie dennoch nicht überschätzt werden, betonte Theuvsen. Ausschlaggebend gegen eine innere Kündigung sei vielmehr das Verhalten der Vorgesetzten. Als eine gute Möglichkeit, geeignete Mitarbeiter zu finden, nannte er die gemeinsame Personalbeschaffung von Betrieben. Denn viele Arbeitsverhältnisse kommen in der Landwirtschaft über persönliche Kontakte zustande. In einer DLG-Online-Umfrage bestätigten dies zwei Drittel der rund 150 Befragten.

Professorin Elke Pawelzik, Leiterin der Abteilung Qualität pflanzlicher Erzeugnisse in Göttingen, beleuchtete die Situation aus Sicht der Hochschullehrer. Als Herausforderung wertete sie einerseits die - erfreulicherweise - steigenden Studentenzahlen, zu denen unter anderem auch die Aussetzung der Wehrpflicht beitrage. Darüber hinaus sei auch die Öffnung der Hochschulen durch Weiterbildungsangebote für berufserfahrene Mitarbeiter eine Herausforderung der Zukunft. (az)
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