„Zu einer gemeinsamen Agrarpolitik gehört ein einheitlich geregelter Pflanzenschutz“, erklärt Matthias Daun, Vorsitzender des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL). Der Verband fordert eine zentrale Zulassungsvergabe von Pflanzenschutzmitteln in der EU sowie die Abschaffung des Drei-Zonen-Modells.

Laut BDL ist die Zulassungsproblematik hausgemacht. Vor allem kritisert der BDL, dass seit 2012 die Wirkstoffe der Pflanzenschutzprodukte  zunächst in den drei Zonen (Nord, Zentral, Süd) geprüft werden, bevor auf nationaler Ebene über ihre Zulassung entschieden wird. In den Zonen sind die EU-Länder grundsätzlich verpflichtet, die Zulassung eines Pflanzenschutzmittels aus einem anderen Mitgliedstaat der gleichen Zone anzuerkennen. Die Mittel dürfen dann - zum Teil unabhängig von der Zulassung - über nationale Grenzen hinweg unter unterschiedlichem Namen je Land und in verschiedenen Formen gehandelt werden.

Das hält der BDL für keine sinnvolle Regelung. Bis heute bringe dieses System weder mehr Effizienz noch lasse sich eine Vereinfachung erkennen, heißt es. Der Verband setzt sich für die Abschaffung der Zonen ein und plädiert für eine schnellere und einheitliche Zulassung der Mittel auf europäischer Ebene.

Daun geht es darum, die europäische Landwirtschaft handlungsfähig zu halten. Er warnt davor, politische Entscheidungen an der tendenziösen Berichterstattung einiger Medien auszurichten. „Es müssen konkrete und wissenschaftlich fundierte Befunde vorliegen, bevor die (Wieder-)Zulassung eines Pflanzenschutzmittels, das in der Landwirtschaft dringend benötigt wird, verweigert wird“, sagt er. (az)


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