Flüchtlinge

Kammer stellt grüne Berufe vor


Ael Kelifa (links) stellte gemeinsam mit den Betriebsleitern die Beschäftigungsmöglichkeiten in der Landwrtschaft vor.
-- , Foto: Steffen Bach
Ael Kelifa (links) stellte gemeinsam mit den Betriebsleitern die Beschäftigungsmöglichkeiten in der Landwrtschaft vor.

Auf Initiative der Landwirtschaftskammer Niedersachsen besuchten heute 40 Flüchtlinge landwirtschaftliche Betriebe im Landkreis Osnabrück, um sich über die vielfältigen Arbeitsmöglichkeiten im grünen Sektor zu informieren. Neben Arbeitsplätzen auf Betrieben mit Milchviehhaltung, Schweineproduktion oder Geflügelhaltung wurden auch die Tätigkeiten in Gartenbau, Baumschule und Bauernhofcafé vorgestellt.

„Die Landwirtschaftskammer stellt sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung und unterstützt die Integration von Flüchtlingen“, sagte Kammerpräsident Gerhard Schwetje bei der Begrüßung der meist aus Syrien stammenden Flüchtlinge. Derzeit bereite die Kammer Beratungs- und Qualifizierungsangebote für die Bereiche Tierhaltung, Gartenbau und Hauswirtschaft vor, mit denen Flüchtlinge fit gemacht werden sollen für Arbeiten im Agrarsektor. „Auch die grünen Berufe bieten den Flüchtlingen eine Chance, Fuß zu fassen, sich in unsere Gesellschaft zu integrieren und ein neues Leben aufzubauen“, so der Präsident.

Bei den Gästen war das Interesse groß. Viele von ihnen haben bereits Erfahrungen in der Landwirtschaft. Wichtigste Voraussetzung für eine Aufnahme der Arbeit seien Deutschkenntnisse, betonte, Ael Kelifa, der als Integrationsbegleiter bei der Gemeinde Neuenkirchen-Vörden angestellt ist. In den Sprachkursen sollen auch Fachvokabeln vermittelt werden. Deshalb habe er schon frühzeitig mit den Flüchtlingen über ihre Ausbildung und ihre Beschäftigungswünsche gesprochen. „Viele wollen erst eine Ausbindung machen, manche am liebsten sofort arbeiten“, berichtet der gebürtige Eritreer, der vor 29 Jahren als Flüchtling nach Deutschland kam. In der Landwirtschaft sei eine vorherige Qualifizierung sinnvoll und in manchen Fällen auch Voraussetzung, etwa in Form eines Sachkundenachweises für Tierhaltung, betonten Mitarbeiter der Kammer. Zwar würden viele Veredelungsbetriebe wegen der niedrigen Erzeugerpreise zögern neue Mitarbeiter einzustellen, trotzdem seien die Beschäftigungsperspektiven in Landwirtschaft und Gartenbau grundsätzlich gut. (SB)
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