Der neue Hochleistungsrechner des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) sei einer der schnellsten 400 Computer weltweit. "Um die Rechenleistung unseres neuen Computers zu ersetzen, müsste jeder Mensch auf der Erde knapp 30.000 Rechnungen pro Sekunde durchführen", erklärt Karsten Kramer, der IT-Experte des PIK. Mit dieser Rechenleistung mache er Simulationen möglich, die zeigen, wie die Atmosphäre, Ozeane, Landflächen und Eisschilde miteinander wechselwirken.

"Wir berechnen, was im Klimasystem unseres Planeten geschieht: von den Eiszeitzyklen vergangener Jahrmillionen bis hin zu den Auswirkungen des vom Menschen verursachten Klimawandels auf Wetterextreme, Ernteerträge, Meeresspiegel", sagte PIK-Direktor Hans Joachim Schellnhuber. Der 4,4 Mio. € teure Rechner erlaube sechs- bis neunmal mehr Simulationsläufe als bisher.  Rund 3 Mio. € stammen aus Mitteln der Europäischen Union.

Innovatives Kühlsystem: Abwärme wird zum Heizen von Gebäuden genutzt

Weil Computer während der Berechnungen notwendigerweise auch Wärme erzeugen, wurde durch den Hersteller ein Kühlsystem entwickelt, bei dem Flüssigkeit direkt an den gegenwärtig installierten 5088 Prozessorkernen vorbei geleitet wird. Mit der Abwärme soll der Forschungsneubau des PIK mit mehr als 200 Arbeitsplätzen für Wissenschaftler sowie anliegende Gebäude geheizt werden. Zusätzliche Wärmequellen werden nach Angaben des PIK nicht benötigt. (has)
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