Jedes Jahr steigen weltweit 18 Mio. t Lachgas in die Atmosphäre auf und werden für zirka 8 Prozent des vom Menschen verursachten Treibhauseffekts verantwortlich gemacht. Einer der größten Verursacher ist dabei die Landwirtschaft mit jährlich geschätzten 4,2 Mio. t, denn Bodenmikroorganismen wandeln Stickstoffdünger unter anderem zu Lachgas um.

Lachgas ist ein vielfach stärkeres Treibhausgas als Kohlendioxid und baut die Ozonschicht in der Stratosphäre ab. Am Beispiel der Bioenergienutzung von Raps sollen die Untersuchungen an der Universität Hohenheim dazu beitragen, die Treibhausgasbilanz von Biokraftstoffen zu verbessern. Das Bundesagrarministerium (BMELV) fördert das Forschungsprojekt mit fast 430.000 €.

Bei Tauwetter entweicht mehr Lachgas

Um verlässliche Zahlen liefern zu können, baut ein Team vom Fachgebiet Düngung und Bodenstoffhaushalt Raps im Feldversuch an und testet verschiedene Stickstoffdünger in unterschiedlichen Mengen. Wie viel Lachgas jeweils in die Atmosphäre entweicht, messen die Wissenschaftler in wöchentlichen Abständen. Zusätzliche Messungen finden direkt nach der Düngung und während bestimmter Wetterereignisse wie Starkregen oder Tauwetter statt.

Zum Beispiel bietet die Schneeschmelze ideale Voraussetzungen für die Mikroorganismen, erklären die Fachleute in einer Mitteilung. So kann die Hälfte des jährlichen Lachgasausstoßes an wenigen Tagen im Winter zusammenkommen.

Die bisherigen Feldversuche in anderen Ackerkulturen haben gezeigt: Wenn Landwirte zusammen mit Stickstoffdüngern spezielle Hemmstoffe ausbringen, wird die Reaktionskette, aus der das Lachgas hervorgeht, für einige Zeit unterbrochen.

Im Erneuerbare-Energien-Gesetz hat die Bundesregierung festgeschrieben, dass Biokraftstoffe nur dann subventioniert werden, wenn sie 35 Prozent weniger Treibhausgase ausstoßen als fossile Brennstoffe. „Allerdings ist bisher nicht untersucht, ob dieses Ziel realistisch ist.

Aber die laufenden Feldversuche zeigen, dass der Treibhausgasausstoß beim Anbau von Raps unter Feldbedingungen um 35 Prozent reduziert werden könnte“, sagt der Forschungsleiter Dr. Reiner Ruser. (hed)
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