Sanddorn weiß was er tut
-- , Foto: Jürgen Howaldt / Wikimedia
Sanddorn weiß was er tut

Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig haben festgestellt, dass der Sanddorn, auch bekannt als Gemeine Berberitze (Berberis vulgaris) offenbar abwägen kann, wann es sinnvoll ist, seine Samen vor einem Parasitenbefall zu schützen.

Jede Beere der Berberitze verfügt in der Regel über zwei Samen. Will der Strauch aufgrund widriger Umweltbedingungen Energie sparen, gibt es einen Mechanismus, mit dem er die Entwicklung der Samen stoppen kann. Das alleine hat noch nicht unbedingt etwas mit vorausschauendem Denken und Handeln zu tun.

Doch der unscheinbare Strauch kann noch mehr. Wird die Gemeine Berberitze durch die Larve der Sauerdorn-Bohrfliege (Rhagoletis meigenii) befallen, „weiß sie klug zu handeln“, behaupten die Forscher des Helmholtz-Zentrums.

Beim Befall sticht die Bohrfliege die Beeren an, um ihre Eier darin abzulegen. Wenn die Larve es schafft, sich zu entwickeln, frisst sie oft alle Samen in der Beere auf. Um das zu verhindern, benutzt die Gemeine Berberitze genau jenen Mechanismus, mit dem sie auch Energie einspart.

Lässt die Pflanze nämlich den einen Samen absterben, dann stirbt auch der Parasit in diesem Samen und sie kann so den zweiten Samen in der Beere retten, falls dieser noch nicht befallen wurde.(az)
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