Studie "Bleib locker, Deutschland!"
-- , Quelle: Techniker Krankenkasse
Studie "Bleib locker, Deutschland!"

Stress kann anregend sein und zu höheren Leistungen befähigen, Stress kann aber auch krank machen. Die Techniker-Krankenkasse befragte die deutsche Bevölkerung über ihren gefühlten Stress und den Umgang damit.

Laut der Stressstudie "Bleib locker, Deutschland!" sagen 57 Prozent der Bundesbürger von sich, sie seien häufig oder manchmal im Stress. Das bedeutet aber auch, dass 43 Prozent der Befragten kaum oder nie Stress empfinden.

Nordlichter bleiben locker

Dabei unterscheidet sich der wahrgenommene Stress auf dem Land und in der Großstadt nur geringfügig. Nie unter Stress leiden 12 Prozent, egal wo sie wohnen und 37 Prozent fühlen sich manchmal gestresst, ob auf dem Land oder in der Stadt.

Häufig vom Stress sprechen in Gemeinden unter 20.000 Einwohnern allerdings nur 21 Prozent und 32 Prozent der Bewohner einer Großstadt glauben, ihnen wachse der Stress über den Kopf. Große Unterschiede zeigt die Verteilung auf der Landkarte Deutschlands. Während bei den Nordlichtern immerhin die Hälfte locker bleibt, sind in Baden-Württemberg 63 Prozent der Befragten laut eigener Aussage ständig im Stress.

Kinder als Stressfaktor

In einer Extremposition befinden sich Frauen. 63 Prozent sind gestresst, während dies nur für 52 Prozent der Männer gilt. Die Höchstwerte liegen dabei bei den 36- bis 45-Jährigen, die Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen haben. 80 Prozent von ihnen sind im Stress.

Kinder sind dabei ein besonderer Stressfaktor. Nur 29 Prozent der Menschen mit Kindern gelingt es locker zu bleiben. Aber es ist nicht das Kind, sondern die Arbeit und das Kind, die Betreuung der Kinder sowie finanzielle Sorgen, die Stress verursachen.
Unterschied zwischen Stadt und Land
-- , Quelle: Techniker Krankenkasse
Unterschied zwischen Stadt und Land

Völlig außer Zweifel steht: Wer arbeitet, ist gestresst. 70 Prozent der Erwerbstätigen sind manchmal oder häufig im Stress. Bei den Nicht-Erwerbstätigen sind es lediglich 44 Prozent. Am häufigsten unter Dauerdruck stehen die Selbstständigen. Jeder dritte von ihnen ist ständig gestresst.

Leitende Angestellte haben den höchsten Stresslevel: Acht von zehn Managern sind gestresst, drei von zehn stehen sogar unter Dauerdruck. Die Folge: Fast jeder zweite leitende Angestellte fühlt sich abgearbeitet und verbraucht, knapp vier von zehn sind erschöpft oder ausgebrannt und fast jeder Dritte ist dauerhaft nervös oder gereizt.

Job als Stresstreiber

Die größten Stresstreiber im Job sind für leitende Angestellte eine zu hohe Arbeitslast (74 Prozent geben dies an), Termindruck (69 Prozent), Unterbrechungen und Störungen (57 Prozent), Informationsüberflutung (54 Prozent) und ungenaue Anweisungen ihrer eigenen Vorgesetzten (40 Prozent).

Doch Stress ist nicht immer nur negativ. So fühlen sich besonders viele leitende Angestellte von Stress angespornt (zwei Drittel) oder drehen unter Druck sogar erst richtig auf (fast jeder Dritte). Auch sagen besonders viele Manager, dass sie Spaß an der Arbeit haben (acht von zehn). (hed)
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