Langzeitprognose

Landverlust nicht zu bremsen


Durch die rasante Expansion der Städte werden bis zum Jahr 2030 global etwa 30 Mio. ha von besonders fruchtbarem Ackerland verloren gehen. Das entspräche nahezu der Größe Deutschlands, so eine aktuelle Studie des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC). Von der Nahrungsmittelproduktion auf dieser Fläche könnten sich gut 300 Millionen Menschen bei einem durchschnittlichen Kalorienverbrauch von 2.500 Kalorien pro Tag ein ganzes Jahr ernähren. Die Verluste betreffen landwirtschaftlichen Flächen, die fast doppelt so fruchtbar sind wie der weltweite Durchschnitt.

Agypten verliert ein Drittel des Ackerlandes

Die größten Verluste drohen in Asien und Afrika. Allein in China werden 8 Mio. ha Ackerland verloren gehen. In Afrika sind vor allem Nigeria sowie die Region zwischen Burundi und Ruanda beim Viktoriasee betroffen. Besonders schlage die Urbanisierung in Ägypten zu Buche, so die Wissenschaftler. Durch sie könnte das Land bis 2030 gut ein Drittel seines Ackerlandes verlieren. Zusätzlich werde die Situation dadurch erschwert, dass die Region des Nildeltas um Kairo voraussichtlich stark vom Anstieg des Meeresspiegels betroffen sein wird. Diese vergleichsweise kleine Fläche ist aber für einen Großteil der landwirtschaftlichen Produktion des Landes verantwortlich.

Stadtplaner müssen neue Lösungen suchen

Stadtplaner könnten dabei helfen, dass Kleinbauern nicht ihre landwirtschaftliche Lebensgrundlage verlieren. Dazu könnte eine raumeffiziente Urbanisierung beitragen, die vorhandene produktive Landwirtschaft bewahrt, aber auch weiterhin Kleinbauern den Zugang zum städtischen Lebensmittelmarkt ermöglicht. (SB)
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