Ausbildung

Landwirte trifft mehr Bürokratie

Die Verträge zwischen Lehrling und Ausbilder müssen mit sofortiger Wirkung für die gesamte Ausbildungszeit von zwei oder drei Jahren geschlossen werden, meldet die Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

Diese neue Regelung geht auf Kosten der erwünschten Ausbildungsbreite. Denn der übliche Wechsel nach einem Jahr ist zwar weiterhin möglich. Er erfordert aber einen zusätzlichen bürokratischen Aufwand. Zur Schließung von inhaltlichen Lücken können zusätzliche Ausbildungsbetriebe als sogenannte Verbundpartner vertraglich hinzugezogen werden. Die Gesamtverantwortung für den Lehrling liegt bei dem sogenannten Stammbetrieb.

Sollte eine Verbundausbildung nicht möglich oder von den Vertragspartnern nicht gewünscht sein, kann die Ausbildung in einem anderen anerkannten Ausbildungsbetrieb fortgesetzt werden. In diesem Fall ist der Ausbildungsvertrag schriftlich aufzuheben.

Hintergrund  für die Änderung ist das Berufsbildungsgesetz. es regelt, dass Ausbildungs­verträge zwingend mit einem einzigen Betrieb für die gesamte Ausbildungszeit geschlossen werden müssen und nicht auf mehrere Ausbildungsverhältnisse in unterschiedlichen Betrieben aufgeteilt werden dürfen. Dementsprechend hat die Landwirtschaftkammer jetzt reagieren müssen.

Landwirte äußern ihr Unverständnis über die neue Regelung und sprechen von praxisferner Bürokratie. Die neuen Musterverträge gibt es bei der Kammer. (kbo)
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