Mindestlohngesetz

Landwirtschaftliche Praktika abgeschafft


Im Sommer 2016 dürfen zum letzten Mal Prüfungen im Rahmen von Praktikantenverträgen mit landwirtschaftlichen Ausbildungsbetrieben durchgeführt werden, teilt die Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen mit. Damit ist die Praktikantenordnung zur Vorbereitung auf eine landwirtschaftliche Ausbildung oder ein Studium in diesem Bundesland abgeschafft. Hintergrund dieser Abschaffung ist das Mindestlohngesetz.

Zwar konnte das einjährige Praktikum im Nachhinein auf die Ausbildung angerechnet werden, aber es fällt nicht unter das Ausbildungsgesetz. Denn weder Fachhochschulen noch Universitäten verlangen ein Praktikum als Zugangsvoraussetzung. Deswegen entfalle die Rechtsgrundlage für die seit 1999 geltende Praktikantenordnung, die solche Prüfungen vorsieht, um Praktikanten auf das Landwirtschaftsstudium vorzubereiten. Für Praktika, die der Begleitung des Studiums dienen, sind nur bis zu 3 Monate vom Mindestlohn befreit, sofern nicht durch die Studienordnung eine längere Praktikumsdauer zwingend vorgegeben ist.

Die LWK empfiehlt eine möglichst breit angelegte landwirtschaftliche Ausbildung, um einen Einblick in die verschiedenen Betriebszweige und Produktionsverfahren zu erhalten. Einerseits habe das einjährige Praktikum aus fachlicher Sicht einen gezielten Einblick in die landwirtschaftliche Praxis und in landwirtschaftsnahe Betätigungsfelder ermöglicht. Andererseits habe die LWK Niedersachsen den Studierenden schon immer zu einer vollständigen Berufsausbildung geraten, um ihre beruflichen Chancen nach dem Studium zu verbessern. Die Ausbildungsberater der LWK Niedersachen können neben fachlichen Auskünften zur Ausbildung auch Hilfestellung bei der Suche nach geeigneten Ausbildungsbetrieben geben. Eine Übersicht über die aktiven Ausbildungsbetriebe ist in der Ausbildungslandkarte zu finden. (has)
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