Wetterprognose

Laser liefert präzisere Daten

Trailer des Lidar-Systems an der Universität Hohenheim.
-- , Foto: Universität Hohenheim
Trailer des Lidar-Systems an der Universität Hohenheim.

Wetterprognosen und Klimasimulationen könnten künftig wesentlich genauer werden. Denn noch heute gibt es dramatische Lücken in der Messung der Verteilung der Luftfeuchtigkeit und der Temperaturen, die in den unteren Atmosphärenschichten (bis zu 2-3 km Höhe) herrschen. Das schränkt die Qualität von Wettervorhersagen und Klimasimulationen ein, wie ein internationales Forscherteam in einer Studie in Reviews of Geophysics veröffentlicht.

Als herausragend beurteilt das Forscherteam allerdings die Messtechnik an der Universität Hohenheim. Dort wird eine Hochleistungslaser-Technologie angewendet. Das Lidar (Light Detection and Ranging)-System misst Wasserdampf und Temperatur in den unteren Atmosphärenschichten genauer und mit höherer Auflösung als alle anderen Systeme.

Von der neuen Technik könnten viele Branchen profitieren. Immerhin sind einige von Wetterberichten abhängig: Der Wetterbericht entscheidet, ob der Bauer aufs Feld fährt, die Baustelle pausiert oder das Open-Air-Konzert stattfindet. „Lidar wird die Wettervorhersage revolutionieren“, ist Prof. Dr. Volker Wulfmeyer, Leiter des Instituts für Physik und Meteorologie an der Universität Hohenheim, überzeugt. „Vor allem bezüglich Genauigkeit und Vorhersagezeitraum kann diese Fernerkundungsmethode entscheidende Verbesserungen bringen.“

Lidar-System bereit für den Praxis-Einsatz

Nun bleibt für das Lidar-System der Sprung in die Praxis. „Die Technik ist praxisreif und kann jetzt kommerzialisiert werden“, so Prof. Dr. Wulfmeyer zum Stand der Dinge. Er wünscht sich ein möglichst dichtes Netzwerk an kompakten und permanent messenden Lidar-Systeme mit der neuen Hochleistungslasertechnologie in der Hand der Wetterdienste: „20 Systeme wären für den Anfang schon recht gut.“ (has)
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