Das Austrian Centre of Industrial Biotechnology (Acib) und die Technische Universität Graz arbeiten daran, Schutzmaßnahmen ohne chemischen Pflanzenschutz zu perfektionieren. Dabei gehe es um einen biologischen Pflanzenschutz, bei dem Mikroorganismen zu Leibwächtern für Nutzpflanzen wie Mais, Raps, Tomate, Hirse oder Zuckerrübe werden. Die Idee sei, dass besondere Bakterien zusammen mit der Pflanzensaat im Acker ausgebracht werden, teilt die Forschungseinrichtung mit. Während die Saat keimt, entwickeln sich gleichzeitig die Mikroorganismen, versorgen die Pflanze mit Nährstoffen, fördern das Wachstum, wehren Schädlinge ab, verringern den Stress für die Nutzpflanze und erhöhen deren Widerstandsfähigkeit.

Geeignete Bakterien finden

Es gelte, Bakterien zu finden, die an extreme Umweltbedingungen angepasst sind. Jede Pflanze und jeder Boden brauche spezielle Bakterien. Hat man eine Erfolg versprechende Bakterienpopulation gefunden, werde diese gezielt verbessert, damit sie mit den Umweltbedingungen noch besser umgehen kann. Erfolge zeigten sich bei den Bakterienarten Pseudomonas poae und Stenotrophomonas rhizophila. Während Stenotrophomonas in der salzigen Steppe von Usbekistan einen gewaltigen Wachstumsschub von Nutzpflanzen bewirken konnte, machte Pseudomonas gleiches am Zuckerrüben-Testacker vom Acib-Industriepartner KWS Saat AG in Deutschland. Fünf Industriebetriebe sind aktuell am Forschungsprojekt beteiligt, eines davon aus Russland.

Bakterienhülle umschließt die Samen

Am Ende der Entwicklung hin zu einem kommerziellen Produkt steht ein Samen, der von einer „Bakterienhülle“ umschlossen ist. Im feuchten Boden wachsen die Bakterien mit dem keimenden Samen mit und schützen ihn. (az)
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