Der Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen ist in ländlichen Gebieten deutlich größer als in den Städten. Das ist das Ergebnis der von dem Deutschen Landfrauenverband und dem Bundesfamilienministerium organisierten Fachtagung „Entgeltungleichheit in ländlichen Räumen". Der Landfrauenverband setzt sich nun für tiefer gehende Untersuchungen ein.

Vor allem soll der Frage nachgegangen werden, warum so viele Frauen in ländlichen Räumen in geringfügiger Beschäftigung arbeiten. Ebenso soll geklärt werden, ob lange bestehende berufliche Netzwerke Frauen ausschließen oder welcher Diskriminierung sie möglicherweise ausgesetzt sind. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Berlin, hatte nachgewiesen, dass der Lohnabstand zwischen den Geschlechtern seit drei Jahrzehnten in ländlichen Regionen um 10 Prozent höher als in Großstädten ist.

Die Frauen vor Ort müssten sich stärker in politische Strukturen einbringen, forderte eine Vertreterin des Bundesfamilienministeriums. Gleichzeitig sollten Frauen in ländlichen Räumen darin bestärkt werden, sich für eine Aufwertung gering bezahlter Tätigkeiten und eine gerechtere Verteilung familiärer Aufgaben einzusetzen. (az)
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