Wissenschaftler haben ein Gen entdeckt, dass den Energiegehalt von Sorghum positiv beeinflusst. Die Ernährungssicherheit in Afrika könnte davon profitieren. 

Ein internationales Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen hat die Genvariante eines Enzyms gefunden, das den Energiegehalt von Sorghumhirse erhöht. Dies spiele gerade in Zeiten von Bevölkerungswachstum und Klimawandel eine wichtige Rolle in der Landwirtschaft, teilt die Universität Göttingen mit.

Die Getreideart Sorghum stellt in vielen Regionen Afrikas ein unentbehrliches Grundnahrungsmittel dar, weil es sehr hitze- und trockenbeständig ist. Ein Problem von Sorghumhirse ist aber, dass sie verhältnismäßig wenig Energie liefert und so die Nahrungsmittelsicherheit Afrikas nicht gewährleisten kann. Eine Verbesserung des Energiegehaltes wäre deshalb von großer Bedeutung.

Dabei kommt dem Stärkestoffwechsel eine zentrale Rolle zu, da der Großteil des Energiegehaltes eines Getreidekorns in Form von Stärke vorliegt. Große Hoffnungen legen die Forscher auf die jetzt von ihnen identifizierte genetische Ausprägung des Enzyms Pullulanase, das die Stärkeverdaulichkeit und den Energiegehalt erhöht, ohne sich negativ auf das Wachstum oder den Ertrag der Pflanze auszuwirken. 

Damit könne das Gen nahezu uneingeschränkt Anwendung in der modernen Pflanzenzucht finden, urteilen Wissenschaftler des Departments für Nutzpflanzenwissenschaften der Uni Göttingen. Das Gen habe somit das Potenzial, die Nahrungsmittelsicherheit in Regionen mit extremen Anbaubedingungen zu steigern, ohne den Verbrauch an knappen Ressourcen wie landwirtschaftlicher Fläche oder Wasser zu erhöhen. (az)
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