Das Julius Kühn-Institut (JKI) hilft Partnern aus der Republik Benin in Westafrika auf dem Weg zu höheren Kartoffelerträgen. Zusammen mit der Université Abomey-Calavi sollen verfahrenstechnische Grundlagen der Pflanzgutproduktion entwickelt werden.

Mit dem Projekt sollen die Kartoffelflächen ausgedehnt werden, um den hohen Eigenbedarf des Landes aus eigener Kraft zu decken, erklärt Dr. Kerstin Lindner vom JKI. „Dafür haben wir mit unseren Untersuchungen eine wichtige Grundlage gelegt.“ Jetzt sei vor Ort zu handeln.

Lindner verschaffte sich in den letzten drei Jahren ein Bild von den Produktionsverhältnissen vor Ort. „Wir haben festgestellt, dass die Kartoffeln sehr häufig von dem Erreger der Schleimkrankheit befallen sind“, berichtet sie. Bei den Pilzkrankheiten dominiere die Dürrfleckenkrankheit. Die Kartoffel sei fester Bestandteil des Speiseplanes der Bevölkerung Benins. Vor allem, weil Kartoffeln pro Pflanzfläche mehr Kalorien als alle Getreidearten ergeben. Um die Erträge dauerhaft zu steigern, sei es wichtig, die Schleimkrankheit einzudämmen. Hierzu müsse unter anderem die Art der Bewässerung verändert werden. Auch sei mehr Wert auf gesundes Pflanzgut zu legen.

Wünschenswert ist auch eine engere Zusammenarbeit der Universität mit den staatlichen Landwirtschaftszentren und den Landwirten selbst, so das JKI. Nach der diesjährigen Ernte sei ein gemeinsamer Austausch zwischen Agrarwissenschaftlern und Landwirten geplant. Ein landeseigenes Zuchtprogramm anzuschieben, dem sich mehrere westafrikanische Länder anschließen könnten, ist ein langfristiges Ziel. (bhe)
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