Hochschule

Mehr Zeit für das Studium

Anscheinend steht das deutsche Hochschulsystem vor einer weiteren Reform. Nachdem der vor rund 15 Jahren begonnene Bologna-Prozess für die Abschlüsse Bachelor und Master und damit einhergehend für schnelle Studienabschlüsse gesorgt hatte, soll jetzt anscheinend wieder eine Handbremse einbgebaut werden.

Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK), in der sich rund 270 Universitäten und Fachhochschueln organisieren, dringt auf deutliche Reformen. So soll Medienberichten zufolge das Studium bald länger dauern dürfen. "Es sollte künftig keine starre staatliche Vorgabe für eine Gesamtstudienzeit Bachelor und Master von zehn Semestern mehr geben", erklärt HRK-Präsident Horst Hippler. Sechs Semester bis zum ersten Abschluss ließen kaum Raum für die nötige erste Orientierung, für Blicke über das eigene Fach hinaus oder Auslandssemster, so Hippler.

So manche Hochschule, die ein grünes Studium anbietet, hat allerdings schon längst zur Langsamkeit ermuntert. So ermöglicht ein Lernkonzept der Universität Hohenheim den Bachelorabschluss wahlweise in sechs, sieben oder acht Semestern zu erreichen.

Je nach Studienordnung muss ein Studium nicht zwingend in der Regelstudienzeit absolviert werden. Dennoch ist sie eine wichtige Größe. Bedeutung hat die Regelstudienzeit vor allem für Studenten, die Bafög bekommen. Denn die staatliche Unterstützung wird nur unter bestimmten Voraussetzungen über die Regelstudienzeit hinaus gewährt. Auch bei einem Rückzahlungserlass spielt die Regelstudienzeit eine Rolle. (kbo)
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