Symbiose mit Nutzpflanzen

Mykorrhiza-Pilze bekommen mehr als Zucker

Mehr als 80 Prozent aller Landpflanzen leben in Symbiose mit Mykorrhiza-Pilzen. Die Pilze nehmen anorganische Nährstoffe – vor allem Phosphat und Stickstoff – aus dem Boden auf und stellen sie den Pflanzen zur Verfügung. Im Gegenzug versorgen Pflanzen die Pilze mit energiereichen Kohlenhydraten. Ein Team aus Wissenschaftlern der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), der Universität Bonn und der TU München) widerlegt mit Forschungsergebnissen die gängige Lehrbuchmeinung, dass die Pflanze ihrem Partner ausschließlich Zucker als Kohlenstoffquelle liefert: Auch Fette werden an den Pilz abgegeben. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin eLife veröffentlicht.

Mykorrhiza-Pilze sind wie alle Organismen auf Lipide – also Fette und fettähnliche Substanzen – angewiesen. Diese sind sowohl wichtig, um Membranen aufzubauen, als auch als Energiespeicher. Allerdings fehlen Mykorrhiza-Pilzen einige Gene, um diese Fette selbst herzustellen. Hier helfen die Pflanzen aus. Die Wissenschaftler nehmen an, dass der Pilz die Lipide verwendet, um so schnell wie möglich ein dichtes und weitreichendes Hyphennetzwerk zu bilden. Auch für die Sporenbildung benötigt der Pilz große Mengen an Lipiden.

Nun wollen die Wissenschaftler herauszufinden, in welchem Verhältnis die Pflanze Zucker und Lipide für den Pilz verfügbar macht. Die Herstellung von Lipiden erfordert mehr Energie als die von Zuckern. Ein besseres Verständnis dieser symbiontischen Lipidbiosynthese könnte dazu beitragen, Symbiose-optimierte Nutzpflanzen zu züchten. (has)
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