Es sei die Aufgabe von Tierärzten, den aktuellen Stand der Wissenschaft und gesellschaftliche Erwartungen in ihrer Arbeit zu berücksichtigen, erklärte der Landwirtschaftsminister aus Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Till Backhaus (SPD), im Rahmen des Tierärzteforums in Rostock. Die Referendarausbildung, die in einigen Bundesländern abgeschafft wurde, hält er für wichtig, um den Amtstierarzt gut auszubilden. 


Mit dieser ein- bis zweijährigen Ausbildung hätten die praktizierenden Tierärzte die Möglichkeit, einen staatlichen Abschluss zu erzielen. Das sei ein Vorteil gegenüber dem Quereinstieg, den andere Bundesländer anbieten, heißt es von Seiten des Ministeriums gegenüber agrarzeitung.de. Denn die Ausbildung, in der die künftigen Amtsveterinäre verschiedene Stationen durchlaufen, sei qualitativ hochwertiger, als die einzelnen Fortbildungskurse, mit denen andere Bundesländer einen Quereinstieg in die staatliche Laufbahn anbieten.

Probleme sieht Backhaus in der Überalterung des Berufsstandes. Mit 24,6 Prozent sei ein großer Teil der praktizierenden Tierärzte über 65 Jahre alt und kurz vor dem Ruhestand. Genügend Nachwuchs werde zwar jedes Jahr an den tierärztlichen Hochschulen ausgebildet, aber die Nachwuchssituation in der Nutztierpraxis sei in Mecklenburg-Vorpommern ein Problem. Backhaus empfiehlt daher, bezahlte Praktikumsplätze anzubieten und dafür an Hochschulen zu werben.

Außerdem stehe der Tierarzt in der Pflicht, gemeinsam mit dem Tierhalter, Antibiotikagaben zu reduzieren. Dabei müsse allerdings auch der Tierschutz beachtet werden, denn jedes Tier habe das Recht auf eine ausreichende Behandlung. Am Dispensierrecht für Tierärzte, das in der Diskussion steht, will Backhaus allerdings nicht rütteln. Bisher dürfen Tierärzte apotheken- und verschreibungspflichtige Arzneimittel herstellen, mischen, lagern und verkaufen. In Ländern wie Dänemark, die das Recht abgeschafft haben, habe dies nicht zu verringerten Antibiotikagaben geführt. (has)
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