Tiergesundheit

Neues Bewertungssystem für Milchkühe

Bei falscher Fütterung leiden Hochleistungskühe unter Mangelerscheinungen oder sie scheiden zu viele ungenutzte Nährstoffe aus. Die Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern hat eine neue Methode entwickelt, um einen wichtigen Aspekt des Wohlergehens der Kühe, die ausgewogene Eiweiß- und Energieversorgung, anhand ihrer Milch zu beurteilen. Bisher diente allein der Milcheiweißgehalt als Gradmesser für die Energieversorgung der Tiere. Aktuelle Untersuchungen bei über 160.000 Kühen haben gezeigt, dass das Verhältnis von Milchfett zu Milchweiß eine Mangelversorgung sehr viel genauer und zutreffender diagnostizieren kann, teilt das Agrarministerium in Schwerin mit.

Über- und Unterversorgung mit Eiweiß vermeiden

Als weiteren Indikator nimmt das neue Bewertungssystem die Stickstoff-Ausscheidungen der Tiere in den Blick, denn sie stellen ungenutztes Futterprotein dar. Wird mehr Protein gefüttert als wissenschaftlich empfohlen, sind erhöhte Ausscheidungen möglich, die dann auch verstärkt als Ammoniak in die Luft gelangen. Das Ausmaß der Stickstoff-Ausscheidungen lässt sich über den Milchharnstoffgehalt beurteilen und wird als Kennwert vom Milchlabor für jede Kuh ermittelt. Der Milchviehhalter kann so feststellen, ob seine Kühe mit Futtereiweiß über- oder unterversorgt sind.

Protein einsparen und Ammoniakemissionen senken

Viele Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass der Grenzwert des Milchharnstoffgehaltes, der eine Überversorgung mit Futterprotein diagnostiziert, deutlich abgesenkt werden muss. Wird eine bedarfsüberschreitende Versorgung früher im Kontrollbericht angezeigt, ist der Milchkuhhalter animiert, Futtereiweiß einzusparen, die Gesundheit der Kühe zu fördern und Ammoniakemissionen zu verringern. (SB)
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