Studiengebühren

Niedersachsen für Chancengleichheit

Zum Wintersemester 2014/2015 werden in Niedersachsen als letztem deutschen Bundesland die Studiengebühren wieder abgeschafft. Damit halten SPD und Grüne ihr Wahlversprechen. Die Befürchtung der niedersächsischen Hochschulchefs, finanziell mittellos dazustehen, dürfte allerdings  nicht eintreten. Das Land wird den Hochschulen die wegfallenden Studiengebühren zu 100 Prozent ersetzen.

Die Mittel sollten ausschließlich zur Verbesserung der Qualität der Lehre und der Studienbedingungen verwendet werden. Außerdem könnten Studierende künftig mitbestimmen, wie das Geld an ihrer Hochschule zum Einsatz kommt, so berichtet das niedersächsische Kultusministerium.

Die niedersächsischen Hochschulen haben seit dem Wintersemester 2006/2007 von den Studierenden Studiengebühren in Höhe von 500 € pro Semester erhoben. Ein am Freitag veröffentlichter Bericht des Eurydice-Netzwerkes der Europäischen Kommission zeigt, dass die Höhe von Studiengebühren europaweit sehr unterschiedlich ist. Deutschland ist das einzige Land unter den europäischen Nachbarn, in dem einmal erhobene Studiengebühren wieder abgeschafft wurden.

Studenten in England zahlen die höchsten Studiengebühren, allerdings erst nach Studienabschluss, wenn das Einkommen einen bestimmten Wert übersteigt. Relativ hohe Gebühren im Voraus zahlen Studierende in Irland, Italien, den Niederlanden und Frankreich, besonders, wenn es sich um eine „Grande École“ handelt. Kostenlos hingegen ist der Hochschulzugang in Deutschland, Finnland, Schweden, Norwegen, Dänemark, Schottland, Griechenland, Zypern, Malta und der Türkei.

Der jährliche Eurydice-Bericht enthält eine vergleichende Übersicht über die Studiengebühren und Fördersysteme (Studienförderung und Darlehen). Er deckt 33 europäische Länder ab (EU-Mitgliedstaaten sowie Island, Liechtenstein, Norwegen, Montenegro und Türkei).

Das Eurydice-Netzwerk der Europäischen Kommission bietet Informationen und Analysen zu den europäischen Bildungssystemen und -strategien. Es umfasst 40 nationale Stellen in 36 Ländern, die am EU-Programm Erasmus+ teilnehmen. (has)
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