Klimawandel

Nordafrika droht unerträgliche Hitze

Die Zahl der Klimaflüchtlinge könnte künftig stark steigen. Im Nahen Osten und in Nordafrika könnte es so heiß werden, dass Menschen dort in vielen Gegenden nicht mehr leben können, warnen Forscher des Max-Planck-Instituts für Chemie und vom Cyprus Institute in Nicosia. Selbst wenn es gelingen sollte, die Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius zu begrenzen, was auf den jüngsten UN-Klimakonferenzen beschlossen wurde, müssten die Menschen unter längeren und heißeren Hitzewellen leiden. Denn die sommerliche Durchschnittstemperatur in den bereits heute sehr heißen Regionen des Orients werde mindestens doppelt so schnell ansteigen wie global.

Das hätte zur Folge, dass die Temperaturen südlich des Mittelmeers schon Mitte des Jahrhunderts an besonders heißen Tagen etwa 46 Grad Celsius erreichen werden. Zudem werde sich die Dauer der Hitzeperioden in den besonders betroffenen Gebieten Nordafrikas und des Nahen Ostens dramatisch verlängern. War es in den Jahren von 1986 bis 2005 durchschnittlich 16 Tage lang sehr heiß, wird es Mitte des Jahrhunderts an über 80 Tagen und Ende des Jahrhunderts an mehr als 118 Tagen ungewöhnlich heiß sein, selbst wenn die Treibhausgas-Emissionen ab 2040 wieder sinken. Zusammen mit einer steigenden Luftverschmutzung durch Wüstenstaub könnte die zunehmende Hitze das Leben vieler der rund 500 Millionen Menschen dort so unerträglich machen. Sie würden vermutlich die Gegend verlassen.

Im Nahen Osten und in Nordafrika sei der stärkste Temperaturanstieg in den ohnehin heißen Sommermonaten zu erwarten und nicht - wie in den meisten anderen Regionen der Erde - im Winter. Da Wüsten Wärme sehr schlecht puffern und sich heiße Luftmassen an der Oberfläche nicht durch die Verdunstung von Bodenwasser abkühlen können, heizen sie sich im Sommer besonders auf. (SB)
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