Phosphor-Rückgewinnung

Pilotanlage nimmt Betrieb auf

Weil die globalen Phosphatvorkommen begrenzt sind, sollen möglichst große Mengen wiederverwertet werden. In der Novelle der Klärschlammverordnung wird deshalb eine Rückgewinnung gefordert. Eine von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderte Pilotanlage in Karlsruhe hat zu Beginn des Monats den Betrieb aufgenommen, um eine neues Verfahren in der Praxis zu testen.

Phosphor bleibt zugänglich

In der AVA cleanphos Anlage wird der Klärschlamm zunächst einer hydrothermalen Carbonisierung (HTC) unterzogen, bei der Biokohle entsteht. Der Phosphor reagiert während der HTC nicht. Die Phosphorverbindungen lagern sich als kleine Partikel auf der Oberfläche der Kohle ab. Damit ist Phosphor aus Kohle im Gegensatz zu Phosphor aus Aschen von Klärschlamm-Monoverbrennungsanlagen, bei denen der Phosphor in einer Glasmatrix gebunden ist, gut für die Rückgewinnung zugänglich. Rund 80 Prozent des Phosphors könnten so erneut verwendet werden, hoffen die Projektpartner. Ein positiver Nebeneffekt sei, dass durch die Abtrennung des Phosphors der Heizwert der Kohle steigt. Aus dem Phosphor können Phosphorsäure oder Calciumphosphat mit einer hohen Pflanzenverfügbarkeit hergestellt werden.

In den kommenden Monaten wird die Anlage bei der AVA Green Chemistry Development GmbH in Karlsruhe in Zusammenarbeit mit den Projektpartnern, der Universität Hohenheim und der Projektgruppe für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie IWKS des Fraunhofer-Instituts für Silicatforschung ISC, im halbtechnischen Maßstab erprobt. Für die Industrie erwarten die Projektpartner einen Durchbruch bei der Phosphor-Rückgewinnung, wie sie die Novelle der Klärschlammverordnung fordert. Erste Ergebnisse aus dem Betrieb der AVA cleanphos Anlage sollen bereits zum Jahresende vorgestellt werden. (SB)
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