Im Mittelpunkt der Schweinezucht stehen die Merkmale Fettanteil, Größe und Fleischleistung. Sie werden vor allem durch die Genetik der Tiere beeinflusst. Wissenschaftler der Universität Hohenheim analysieren nun gemeinsam mit Kollegen der Universität Kiel das Erbgut von 3.500 Schweinen. Sie wollen präzisieren, welches Gen im Einzelnen für welche Eigenschaft verantwortlich ist und die Position auf der DNA bestimmen.

Bei den Untersuchungen greifen die Wissenschaftler auf Gewebeproben aus den 1990er Jahren zurück. Damals wurde die DNA von sich möglichst stark unterscheidenden Rassen isoliert, beispielsweise Pietrain, die Landrasse oder das chinesische Meishan und das europäische Wildschwein.

Die alten Proben erneut zu untersuchen mache viel Sinn, erklärt Prof. Dr. Jörn Bennewitz, Leiter des Fachgebiets Genetik und Züchtung landwirtschaftlicher Nutztiere an der Universität Hohenheim. Denn mittlerweile sei nicht nur das Schweinegenom vollständig entschlüsselt. In der Zwischenzeit habe die Genomik, die den Aufbau des Erbguts erforscht, erhebliche Fortschritte gemacht. Der Züchtungsprozess soll mithilfe der genomischen Selektion beschleunigt werden. Bereits bei Ferkeln lässt sich damit aus den Erbanlagen auf den Zuchtwert schließen. 

„Auf lange Sicht soll unsere Arbeit die Grundlage für wesentlich präzisere Schweinezüchtung bilden“, so Bennewitz. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Projekt mit rund 320.000 Euro. (az)

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