Professoren sorgen sich um wissenschaftlichen Nachwuchs

Mangelnde materielle Unterstützung, zu wenige Stellen für den Nachwuchs sowie fehlende Karriereperspektiven beklagen die deutschen Professoren. Agrarwissenschaftler sehen sich im internationalen Vergleich vorne. Das sind einige der Ergebnisse einer repräsentativen Studie des Instituts für Forschungsinformation und Qualitätssicherung (iFQ). Das iFQ hatte im vergangenen Jahr über 3.000 Professorinnen und Professoren an deutschen Universitäten um Auskunft zu den Forschungsbedingungen in ihrem Fach gebeten.

Etwa 10 Prozent der Befragten sind in dieser Studie der Biologie oder den Agrarwissenschaften zugeordnet. Dort werden ein Mangel an Stellen für den wissenschaftlichen Nachwuchs und unsichere Karriereperspektiven besonders stark bemängelt, hat die Umfrage ergeben. Vertreterinnen und Vertreter der Biologie und der Agrarwissenschaften bewerten die Position der deutschen Forschung im internationalen Vergleich hingegen als positiv. Besonders aktiv zeigen sie sich in der Einwerbung von Forschungsförderungen. 99 Prozent der befragten Professorinnen und Professoren der Biologie und der Agrarwissenschaften hatten im vergangenen Jahr Anträge auf Drittmittel gestellt. In den Geisteswissenschaften liegt die Antragsaktivität bei etwa 80 Prozent. Ein großer Teil aller Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hält den Zwang Drittmittel einzuwerben, den Publikationsdruck und den Antragsaufwand für Drittmittelprojekte allerdings im Verhältnis zum Ertrag für zu hoch.

23 Prozent aller Befragten berichten über Fälle von wissenschaftlichem Fehlverhalten. Das umfasst sowohl Fälschungen als auch Datenmanipulationen. Das in der Biologie und den Agrarwissenschaften ermittelte Fehlverhalten bezieht sich allerdings weniger auf Plagiate. Meist geht es um die nicht korrekte Vergabe von Autorenschaften. (kbo)
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