Im Studiengang Umweltschutz an der FH Bingen haben Studierende unter der Leitung von Prof. Elke Hietel gemeinsam mit der Stadt Konzepte für den Anbau von Nutzpflanzen in öffentlichen Grünflächen und Hochbeeten entwickelt. Die Idee, städtisches Grün durch Nutzpflanzen zu ergänzen, Bürgern Obst und Gemüse zum Selberpflücken auf Gemeinschaftsflächen anzubieten, ist nicht neu und wird vielerorts praktiziert. Das Besondere am Binger Studentenprojekt: Die Zusammenarbeit von Kommune und Hochschule gibt dem Ökologieprojekt ein wissenschaftliches Fundament, Artenvielfalt und ökologischer Anbau werden gefördert und Bürger in die Gestaltung und Pflege eingebunden.

„Wir wollen nicht nur Stiefmütterchen und Geranien durch Nutzpflanzen ergänzen, sondern verstärkt regionale Arten und mehr Biodiversität einbringen, das Stadtklima aufwerten, nachhaltig Wertschätzung und Verantwortung für das Gemeinwohl stärken“, so Landschaftsökologin Hietel. Lebensmittel zur Selbstbedienung und die multifunktionale Gestaltung von öffentlichem Grün wirkten nicht nur auf die Biodiversität, sondern trügen in der Bevölkerung dazu bei, Grünflächen als Lebensmittelpunkt, als „ihre“ Flächen zu erleben.

Im Vorfeld hatten sechs Studierendengruppen im Praktikum Stadtökologie Konzepte erarbeitet. Nicht nur Bepflanzungsvorschläge, sondern auch Schadstoffuntersuchungen, Kostenkalkulation und ein schlüssiges Beschilderungssystem gehörten zur Vorarbeit der Studierenden.

Auf dem Campus der FH Bingen wird auch fleißig gegärtnert für das Teilprojekt „Essbarer Campus“. Die FH-Werkstatt unterstützt beim Bau von zehn Hochbeeten, die schon bald, bestückt mit Gemüsepflanzen und Kräutern, im Forum des Campus stehen sollen. Ideen für Insektenhotels oder eine Ackerblumenwiesen gibt es bereits. Und auch seitens der Stadt besteht die Option auf Erweiterung. Die angehenden Umweltschützer planen auch schon weiter, sie denken daran heimische Nutzpflanzen stärker einzubinden oder Streuobstwiesen am Stadtrand anzulegen. (has)
stats