Wenn künftig der Ringelschwanz von Mastschweinen lang bleiben soll, muss sicher gestellt sein, dass die Tiere sich nicht gegenseitig anbeißen. Diesem Auftrag will das Bildungs- und Wissenszentrum Boxberg für Schweinehaltung und Schweinzucht (LSZ Boxberg) nachgehen. In einem Forschungsprojekt soll untersucht werden wie man Ferkel bereits in der Säugephase an die Haltungsbedingungen in der Ferkelaufzucht gewöhnen kann.

Denn während der Umstallungsphase beginnen die Probleme. So zeigen es die Ergebnisse aus einem vorangegangenen Forschungsprojekt der LSZ Boxberg. Wenn die Tiere umgestallt werden, gibt es verschiedene Stressauslöser: Verlust der Mutter und das Zusammentreffen mit fremden Ferkeln aus anderen Würfen. In der unbekannte Haltungsumgebung fressen sie plötzlich anderes Futter aus ihnen unbekannten Tränken und Futtertrögen.

Stressauslöser reduzieren

Besonders tragisch für den Landwirt: Wenn es zu Schwanzbeißen kommt, ist meist die gesamte Gruppe betroffen, so das Fazit der Forscher. Verletzte Tiere leisten weniger, infizieren sich oder erleiden Lähmungen. Schlimmstenfalls muss der Schlachtkörper entsorgt werden und der Landwirt geht leer aus. Der Forschungsstand zeigt, dass sowohl genetische Dispositionen als auch Umweltfaktoren eine Rolle spielen.

Um diese Stressauslöser zu reduzieren, sollen die Ferkel bereits in der Säugephase auf die neuen Haltungselemente vorbereitet werden. Auch das Sozialverhalten wollen die Forscher näher unter die Lupe nehmen. Dafür dürfen die Ferkel in die Nachbarbuchten laufen. In der darauffolgenden Aufzuchtphase werden dann zwei Gruppen verglichen: In der einen kennen sich die Ferkel, in der anderen kennen sie sich nicht. Die Forscher erwarten, dass die Ergebnisse sich auf die technische Umgebung und das Management im Stall auswirken. (has)
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