--

Der große Vorteil der Hohenheimer Zuchtbox: Die Boxen mit den Lagererzwespen werden im Getreidelager aufgestellt. Darin wachsen die Lagererzwespen heran, schlüpfen vor Ort und strömen dann kontinuierlich aus – dem ungeliebten Kornkäfer auf der Spur.

Bisher werden die Wespen vom Züchter mehrmals im Jahr verschickt und müssen dann vom Lagerhalter freigelassen werden. Dieses Verfahren soll künftig mit Hilfe einer Zuchtbox verbessert werden. Mit ersten Ergebnissen ihrer Versuche rechnen die Tierökologen Ende 2015.

Die Schädlingsbekämpfung funktioniert so: Die kaum einen Millimeter große Lagererzwespe sucht in gelagertem Getreide nach befallenen Weizenkörnern, durchsticht die Schale dieser Körner mit ihrem Stachel und zapft die Larve des Kornkäfers an, die im Weizenkorn schlummert oder legt ihre Eier auf ihr ab.

Seit Beginn dieses Jahres arbeiten Prof. Steidle und die Doktorandin Steffi Niedermayer gemeinsam mit zwei Partnerfirmen an der Marktreife der Box. Wenn alles klappt, könnte der Vertrieb der Hohenheimer Zuchtbox bis 2016 beginnen. Finanziert wird das Projekt mit 180.000 € von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung. (az)
stats