Schauplatz für die Weideschlachtung.
-- , Foto: Gabriela Müller
Schauplatz für die Weideschlachtung.

Nach einem langwierigen Verfahren hat das Veterinäramt in Zürich Nils Müller vom Bauernhof "Zur Chalte Hose in Forch"erlaubt, zehn Kühe direkt auf seinem Betrieb zu schlachten. Die Tiere können so bis zum Tod in ihrer vertrauten Umgebung bleiben.

Für das neue Verfahren haben Müller und seine Frau Claudia Wanger eine separate Koppel mit einem angrenzenden Hochsitz eingerichtet. Von dort kann der Landwirt, der eine Jägerausbildung braucht, das Tier mit einem Schuss betäuben. Anschliessend muss das Rind innerhalb von 90 Sekunden von einem Frontlader angehoben werden, damit es schnell entblutet werden kann. Mit einem Spezialanhänger bringt Müller den Schlachtkörper darauf in das nahe gelegene Schlachtlokal, wo es weniger als eine Stunde nach dem Tod zerlegt wird.

"Bereits nach drei Schlachtungen gibt es aus meiner Sicht für meine Tiere keine bessere Variante mehr, den letzten Tag in ihrem Leben zu gestalten", berichtet Müller. "Man sieht und spürt, dass die Tiere keinerlei Stress ausgesetzt sind, da sie in der gewohnten Umgebung bleiben und ihre Herde zum Zeitpunkt der Betäubung um sich haben".

Chance für Direktvermarkter

Verhaltensforscherin Johanna Probst vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (Fibl) bestätigte den Landwirt: Das Separieren aus der Herde, das Verladen auf den Transporter, der Transport an sich, sowie die Fixierung zur Betäubung am Schlachthof seien belastende Situationen für die Tiere. "Rinder sind Herdentiere und eine Separierung bedeutet daher meistens Stress."
 
Eric Meili, Projektverantwortlicher beim FiBL sieht das Verfahren als Chance für direktvermarktende Rindermäster. Es sei eine Nische für die Schlachtung mit grösstmöglichem Tierwohl. (az)
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