Normalerweise sind parasitische Pflanzen Schmarotzer, die ihren Wirten Nährstoffe entziehen. Doch in einer Studie zeigen Wissenschaftler vom Kunming Institut für Botanik in China und des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie in Jena, dass der parasitische Teufelszwirn auch nützlich für seine Wirtspflanze sein kann: Er warnt diese vor gefräßigen Insekten.

Der parasitische Teufelszwirn befällt meist mehrere Wirtspflanzen. Er haftet sich an die Leitbahnen seiner Opfer und entzieht der Wirtspflanze alles, was er zum (Über-)Leben braucht: Wasser, Nährstoffe und sogar Makromoleküle. Doch dieses Netzwerk nutzt auch den Pflanzen. Die Signale, die vor Insektenbefall warnen, gelangen so von Pflanze zu Pflanze. Die Verteidigung läuft überall auf Hochtouren.

Für die Experimente dienten Sojabohnenpflanzen, Ackerschmalwand, Tabak und wilde Tomate als Wirt. Nachdem der Teufelszwirn sein Netzwerk gebildet hatte, setzten die Wissenschaftler Raupen des Asiatischen Baumwollwurms auf ausgewählte Pflanzen. Nach 24 Stunden überprüfte das Forscherteam, ob Abwehrmechanismen auch in den nicht attackierten, aber mit Teufelszwirn verbundenen Pflanzen nachzuweisen sind.

Die Signalübertragung funktionierte im Experiment auch zwischen Pflanzen, die mehr als einen Meter voneinander entfernt wuchsen. Die dafür verantwortlichen Signalmoleküle sind noch unbekannt. Nun soll geklärt werden, ob bei einem Befall mit anderen Insekten die gleichen oder andere Verteidigungssignale ausgetauscht werden und wie der Transport im Detail vonstatten geht. (az)
stats