Förderpreis der Agrarwirtschaft

Software, App und Algenpillen

Ausgezeichnet: Mareile Wölwer, Carsten Gieseler und Cathleen Cordes
-- , Foto: kbo
Ausgezeichnet: Mareile Wölwer, Carsten Gieseler und Cathleen Cordes
Cathleen Cordes, Mareile Wölwer und Carsten Gieseler erhalten in diesem Jahr den Förderpreis der Agrarwirtschaft 2015. Die agrarzeitung (dfv Mediengruppe) vergibt diese Auszeichnung im Rahmen ihres Gala-Abends im Vorfeld der Messe Agritechnica an besonders engagierte und erfolgreiche junge Talente im Agribusiness. 


Neue Lösungen für die Digitalisierung in der Agrarwirtschaft und kreative Ideen zur Erschließung wertvoller Lebensmittel sind die Themen, mit denen sich die Ausgezeichneten auseinander setzen. Konkret geht es dabei um die Nutzung von Nährstoffen aus Algen, die Optimierung der Rinderfütterung mittels einer Software und die Entwicklung einer App, die Doppelarbeit beim Melden von Tieren ausschaltet. Die Jury des Förderpreises der Agrarwirtschaft zeigt sich vor allem beeindruckt von dem Unternehmergeist der drei Nachwuchstalente. Hier auch im Film porträtiert.

Aus Alge wird Perle 


In Algen stecken sehr viele gesunde bioaktive Pflanzenstoffe. Der 28-jährigen Biotechnologin Cathleen Cordes ist es gelungen, die Chlorella-Alge zu verkapseln, mit weiteren Zutaten zu versehen und in schmackhafte „Algenperlen“ zu verwandeln. Sie bedient damit die Nachfrage nach Lebensmitteln, die ressourcenschonend erzeugt werden und gesund sind. Die Biotechnologin setzt dabei auf Algen, die wertvolle Inhaltsstoffe wie Vitamin B12 enthalten. In Kooperation mit der Beuth Hochschule für Technik in Berlin hat sie die „Lüttge Algenperle“ entwickelt. Gleichzeitig hat sie die Firma Evergreen Food GmbH gegründet, die die Veredelung und Vermarktung des Produktes in Angriff nimmt. „Die Produktion von Mikroalgen ist auch für deutsche landwirtschaftliche Betriebe interessant", sagt Cordes. Anfang 2016 soll die Lüttge Algenperle auf den Markt kommen.

Rinder melden leicht gemacht

Die 21-Jährige Landwirtstochter Mareile Wölwer hat sich der Optimierung der Tierdatenerfassung verschrieben und ein Business-Modell für eine Applikation (App) entwickelt. Mit Hilfe der App „track-my-animals“ sollen doppeltes Eintragen und Fehlerquellen beim Melden von Tieren an die HIT-Datenbank sowie bei der Dokumentation von Medikamenten vermieden werden. Darüber hinaus können Tierdaten unkompliziert an Dritte transferiert werden. Auch Schnittstellen zu Melksystemen sind geplant. Mit großem Engagement widmet sich Wölwer nun der Gewinnung von Partnern aus Politik und Wirtschaft. „Der Prototyp soll jetzt zum ,Real-Life-Test´ mit Landwirten und Tierärzten zum Einsatz kommen", sagt Wölwer.

Der Mann für das richtige Mischungsverhältnis

Schon während des Landwirtschafts- und BWL-Studiums in Dresden hat Carsten Gieseler (28) viele Einsparpotenziale bei der Fütterungskalkulation für Milchkühe entdeckt. „Wie kann ich es schaffen, eine Kuh ein stückweit in eine Software zu gießen?“, fragte er sich und machte sich an die Arbeit. Der gelernte Landwirt hat ein Programm geschrieben, mit dem die Milchviehfütterung optimiert werden kann. Die Software „fodjan smart feeding“ ermittelt je nach den Anforderungen des Betriebes einen Katalog passender Futtermischungen. In der Praxis können damit bis zu zehn Prozent an Kosten für die Tierernährung eingespart werden. Er ist aber noch nicht am Ziel angekommen. Als nächstes möchte er die Software um das Segment Schweinefütterung erweitern. (kbo)
www.foerderpreis-der-agrarwirtschaft.de





stats